Matthias Pintscher

Biographie

Matthias Pintscher wurde 1971 im nordrhein-westfälischen Marl geboren und studierte Komposition bei Giselher Klebe und Manfred Trojahn. Prägend waren zudem die Begegnungen mit Hans Werner Henze, der ihn 1991 und 1992 nach Montepulciano einlud, sowie mit Helmut Lachenmann, Pierre Boulez und Peter Eötvös. Unter den Auszeichnungen waren u. a. der 1. Preis beim Kompositionswettbewerb Hitzacker (1992), der Rolf-Liebermann-Preis und der Opernpreis der Körber-Stiftung Hamburg (1993 und 1996), der Prix Prince Pierre de Monaco (1999), der Kompositionspreis der Salzburger Osterfestspiele und der Hindemith-Preis des Schleswig Holstein Musikfestivals (2000). 2002 erhielt er den Hans-Werner-Henze-Preis (Westfälischer Musikpreis). Erstes internationales Aufsehen erregte Pintscher mit der Oper „Thomas Chatterton“ an der Dresdner Semperoper (1998), später mit seiner zweiten Oper „L’espace dernier“ an der Opéra National de Paris (2004). Er war 2002 „Composer in residence“ beim Cleveland Orchestra, nachfolgend beim Konzerthaus Dortmund, Lucerne Festival, RSO Saarbrücken, in der Kölner Philharmonie und beim RSO Stuttgart des SWR. 2010-18 war er Artist-in-association beim BBC Scottish Symphony Orchestra, 2014-17 Artist in residence beim Danish Radio Orchestra und in der Saison 2016-17 der erste Composer-in-Residence der Elbphilharmonie Hamburg. Im August 2021 stand er im Mittelpunkt des Suntory Hall Summer Festivals. Sein drittes Violinkonzert, „Assonanza“, geschrieben für Leila Josefowicz, wurde im Januar 2022 mit dem Cincinnati Symphony Orchestra uraufgeführt. Eine weitere Uraufführung in der Saison 2021/22 war „neharot“, eine gemeinsame Beauftragung von Suntory Hall, Orchestre Philharmonique de Radio France, Orchestre de la Suisse Romande, Los Angeles Philharmonic und Staatskapelle Dresden.

Als Dirigent arbeitet Matthias Pintscher regelmäßig mit bedeutenden Orchestern und Ensembles in Europa und den USA, etwa dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Los Angeles Philharmonic, dem Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam und dem BBC Scottish Symphony Orchestra. Seit 2013/14 ist er Musikdirektor beim Ensemble intercontemporain Paris. In der Saison 2020/21 begann er eine dreijährige Tätigkeit als neuer Creative Partner des Cincinnati Symphony Orchestra. Pintscher hat auch mehrere Opernproduktionen für die Berliner Staatsoper (Beat Furrers „Violetter Schnee“, Wagners „Lohengrin“), die Wiener Staatsoper (Olga Neuwirths „Orlando“) und das Théatre du Châtelet in Paris dirigiert.

2007–09 war er Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in München, 2010–11 lehrte er an der New York University. Seit 2014 ist er Professor für Komposition an der Juilliard School of Music in New York.

  • 1971am 29. Januar in Marl (NRW) geboren
    instrumentale Ausbildung auf dem Klavier, Schlagzeug und Violine, Dirigierunterricht
    1988Studienaufenthalt in London
    Kompositionsstudium bei Giselher Klebe an der Hochschule für Musik in Detmold
    1990Begegnungen mit Hans Werner Henze
    Einladung nach Montepulciano zu den „Cantiere Internazionale d'Arte“ 1991/92
    1991Förderpreis des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart, für eine Orchesterkomposition
    1992 - 1994Kompositionsstudium bei Manfred Trojahn an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf
    Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
    1992Weltmusiktage der IGNM in Warschau
    1. Preis beim Hitzacker-Kompositionswettbewerb und Publikumspreis für das 2. Streichquartett
    1. Preis beim Kompositionswettbewerb des Agosto Corcianese (Perugia)
    1993Stipendium „Rolf-Liebermann-Preis“ der Körber-Stiftung Hamburg für Opernkomposition
    Wilfried-Steinbrenner-Stipendium der Dramatiker-Union Berlin
    1993/94Paris-Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
    1994Einladung zum Wiener Kompositionsseminar mit Peter Eötvös / Helmut Lachenmann und dem „Klangforum Wien“
    „Prix de la SACEM” (Paris)
    1995Einladung zum Symposium „Komponist/ Dirigent” beim Festival „Musik der Jahrhunderte“ Stuttgart unter Peter Eötvös
    „Kasseler Kunstpreis“
    1996DAAD-Stipendium für einen Jahresaufenthalt in London
    Preis für Opernkomposition der Körber-Stiftung Hamburg für „Thomas Chatterton“
    1997Portraitkonzerte bei den Salzburger Festspielen
    1998Uraufführung der Oper „Thomas Chatterton“ an der Sächsischen Staatsoper (Semperoper) Dresden
    1999Prix Prince Pierre de Monaco für „Thomas Chatterton“
    Kulturpreis der VR-Leasing AG (Frankfurt)
    1999/2000Composer-in-residence am Nationaltheater Mannheim
    2000Kompositionspreis der Salzburger Osterfestspiele
    Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals
    2000-2002Composer-in-residence beim Cleveland Orchestra
    2001Grand Prix l' Académie Charles Gros für Teldec CD in der Reihe „New Line“
    Cecilia-Preis (Belgien)
    2002Hans-Werner-Henze-Preis (Westfälischer Musikpreis)
    2002/2003Composer-in-residence am Konzerthaus in Dortmund
    2003Alte Oper Frankfurt „Auftakt“-Komponistenporträt und Symposium
    2004Uraufführung des Musiktheater-Werkes „L'Espace dernier“ an der Opéra Bastille, Paris
    Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München
    Debut in der Carnegie Hall, New York. In den USA Zusammenarbeit u.a. mit Cleveland Orchestra, Philadelphia Orchestra, Chicago Symphony Orchestra
    2006Composer-in-residence beim Lucerne Festival
    2006/2007Composer-in-residence beim RSO Saarbrücken
    2007–2009Professur für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München
    seit 2007Künstlerischer Leiter des Heidelberger Ateliers beim Festival „Heidelberger Frühling“
    2007/2008„Composer in residence“ an der Kölner Philharmonie
    2008/2009Artist-in-residence beim RSO Spektrum des Radiosinfonieorchesters Stuttgart
    2010Professor für Komposition an der New York University
    seit 2010Artist-in-association beim BBC Scottish Symphony Orchestra
    2012Künstlerischer Leiter des musikalischen Bereichs des Festivals „Impuls Romantik“ in Frankfurt 2012–2014
    Komponist der Roche Commission 2012 des Lucerne Festivals, The Cleveland Orchestra, Carnegie Hall und Roche
    2013Musikdirektor beim Ensemble intercontemporain (Paris) ab der Saison 2013/14
    2014Professor für Komposition an Juilliard School of Music in New York
    2015Composer in residence beim Festival Grafenegg und beim Moritzburg Festival
    2020/21Beginn einer dreijährigen Tätigkeit als neuer Creative Partner des Cincinnati Symphony Orchestra.
    Seine Kompositionen wurden von bedeutenden Dirigenten wie Claudio Abbado, Pierre Boulez, Christoph von Dohnányi, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Daniel Harding, Kent Nagano und Sir Simon Rattle uraufgeführt.
    Er arbeitete u.a. mit dem ensemble modern (Frankfurt), ensemble intercontemporain (Paris), Klangforum Wien, Avanti! (Helsinki), ensemble contrechamps (Genf), remix ensemble (Porto), Scharoun-Ensemble der Berliner Philharmoniker, sowie mit The Cleveland Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Staatskapelle Berlin, DSO Berlin, RSO Berlin, NDR Hamburg, SWR Stuttgart, MDR Leipzig, Museumsorchester Frankfurt, RSO Wien, Luzerner Sinfonieorchester, Danish Radio Symphony Orchestra, Orchestre National de Strasbourg, Hamburger Philhamoniker, Orchestre National de Belgique, Orchestre Philhamonique de France, Bamberger Symphoniker, Tonhalle Orchester Zürich.
    Der Komponist lebt in New York.
  • Abels, Norbert: Das Zerbersten der Welt. Nach dem Hören von Matthias Pintschers Gesprungene Glocken. In: Programmheft zur Aufführung am 8.4.2004 am Nationaltheater Mannheim.

    Baltensweiler, Thomas: Sprache, Klang, Introspektion. Thomas Baltensweiler im Gespräch mit dem Komponisten. In: Das Opernglas, 12, 2006, S. 26–29.

    Cloot, Julia: Wir bewegen uns nicht im luftleeren Raum … Matthias Pintscher im Gespräch mit Julia Cloot. In: Neue Zeitschrift für Musik, Mainz: Schott, 2007, Nr. 5, S. 10ff.

    Demmler, Martin: Sinnlichkeit und Askese. Anmerkungen zu Matthias Pintschers Hériodiade-Fragmente. In: Programmheft zur Uraufführung, Dezember 1999, 14ff.

    Demmler, Martin: Gedämpfte poetische Kraft. Matthias Pintschers en sourdine. In: Berliner Philharmoniker. Programmheft 55, Spielzeit 2002/2003.

    Eidenbrenz, Michael: Ver- und Entschleierung. Im uferlosen Gebiet der befreiten Subjektivität: Matthias Pintscher ist „Composer-in-residence“. In: Musik & Theater. Special-Edition Lucerne Festival , Sommer 2006.

    Fein, Markus: Matthias Pintscher. Artikel zur CD Figura I–V (2004, Winter & Winter).

    Fein, Markus: Von Lavagluten und eisigen Schollen. Ein Porträt des Komponisten Matthias Pintscher. In: Programmbuch ars musica Brüssel 2006 (niederländisch und französisch, deutsche Fassung beim Verlag erhältlich).

    Fein, Markus: Werkstattgespräch mit Matthias Pintscher. Markus Fein im Gespräch mit dem Komponisten. In: Von Traumstädten und Phantasiewelten. Vorträge und Gespräche der Hörer-Akademie der 58. Sommerlichen Musiktage Hitzacker. 26. Juli bis 3. August 2003.

    Jahn, Hans-Peter: „Next generator?“ – Matthias Pintscher. In: Next Generation. Matthias Pintscher. Programmheft der Salzburger Festspiele 1997, S. 40–48.

    Jahn, Hans-Peter: … allein. Der Komponist Matthias Pintscher. Laudatio anlässlich der Verleihung des Kulturpreises der VR Leasing am 15. Oktober 1999 (Manuskript).

    Jahn, Hans-Peter: … ungeschützt … Briefwechsel zwischen Matthias Pintscher und Hans-Peter Jahn. in: Booklet der Teldec-CD 8573-84530-2 (Sur «Départ» / Hérodiade- Fragmente / Musik aus Thomas Chatterton).

    Jungheinrich, Hans-Klaus (Hrsg.): Was noch kommt. Der Komponist Matthias Pintscher. Beiträge von Norbert Abels, Hans-Klaus Jungheinrich, Siegfried Mauser, Eva Pintér, Wolfgang Sandner und Martin Zenck. Mainz, Schott 2004.

    Jungheinrich, Hans-Klaus: Komponist im leeren Raum. Zur Physiognomie Matthias Pintschers. In: Festschrift 25 Jahre Alte Oper Frankfurt. Frankfurt 2006.

    Kager, Reinhard: Theatralik im Blut. Der Komponist Matthias Pintscher. In: Neue Zeitschrift für Musik 159, Mainz: Schott, 1998, 42ff.

    Kager, Reinhard: Übermalung mit Schrecken. Sur «Départ» von Matthias Pintscher. In: Programmheft zur Uraufführung, Hamburg 2000, 60f.

    Kager, Reinhard: Furchen der Kommunikationslosigkeit. Im Gespräch mit Matthias Pintscher. In: Österreichische Musikzeitung, Nr. 6/2000, 34ff.

    Laki, Peter: with lilies white. Fantasy for orchestra with voices by Matthias Pintscher. In: Programmheft der Uraufführung durch das Cleveland Orchestra am 16.2.2002 [in englischer Sprache].

    L’Espace dernier. Programmheft zur Uraufführung an der Opéra Nationale de Paris am 23. Februar 2004. Beiträge von Norbert Abels, Hans-Peter Jahn, Heiner Bastian, Pierre Brunel und Philippe Sollers.

    Maintz, Marie Luise: In einem Anfang… Bereshit von Matthias Pintscher. In: Takte. Das Bärenreiter-Magazin 2/2011.

    Maintz, Marie Luise: Der unergründliche Raum. Matthias Pintschers „L’espace dernier“ und „Osiris“. In: Takte. Das Bärenreiter-Magazin 1/2008.

    Maintz, Marie Luise: Salomos Garten. Neue Werke von Matthias Pintscher (songs from Solomo’s garden /sonic eclipse). In: Takte. Das Bärenreiter-Magazin 1/2010.

    Maintz, Marie Luise: Sternenfall. Matthias Pintschers „Chute d’étoile“. In: Takte. Das Bärenreiter-Magazin 2/2012.

    Maintz, Marie Luise: Wunderbares Aufscheinen. Matthias Pintschers zweites Violinkonzert. In: Takte. Das Bärenreiter-Magazin 1/2011.

    Maintz, Marie Luise: Worte wie Inseln. Zu Matthias Pintschers „sonic eclipse“, „a twilight’s song“, „she-cholat ahavah ani“. CD-Booklet Kairos 0013162KAI.

    Nyffeler, Max: Die hohe Kunst der Verschleierung. Matthias Pintscher – Composer in Residence, nicht nur bei Lucerne Festival. In: Neue Zürcher Zeitung, 5.8.2006.

    Pintér, Éva: aus dem warteraum zum erlösenden licht. with lilies white von matthias pintscher – eine wegbeschreibung. In: Neue Zeitschrift für Musik 6/2005, 34–37.

    Pintscher, Matthias: Über meine Werke dernier espace avec introspecteur und Figura II / Frammento. In: Musik & Kirche. Zeitschrift für Kirchenmusik. Kassel: Bärenreiter, Jg. 67 (1997), Nr. 4, S. 221f.

    Roche Commissions 12 – Matthias Pintscher. Beiträge von Stefana Sabin, Markus Fein, Norbert Abels, Paul Griffiths, Max Nyffeler, Julia Cloot, Margarete Zander. Hg. von Carnegie Hall New York, The Cleveland Orchestra, LUCERNE FESTIVAL, Roche 2012.

    Sandner, Wolfgang: Viva Verdi. Was junge Komponisten heute vom Meister lernen können. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung 27.1.2001.

    Sandner, Wolfgang: Brennende Töne. Zur Musik von Matthias Pintscher. In: Von Traumstädten und Phantasiewelten. Programmheft 58. Sommerliche Musiktage Hitzacker 2003.

    Sandner, Wolfgang: Matthias Pintscher. Beharrlich Tonsetzer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2005.

    Sattler, Mark: Matthias Pintscher. Alchemie von Sprache und Klang. In: academy magazine Lucerne festival , Sommer 2006.

    Schacher, Thomas: Musik zwischen Ratio und Emotionen. Der Komponist Matthias Pintscher über seine Hérodiade-Fragmente. In: Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2002.

    Schäfer, Thomas: Imagination aus der Kraft des Poetischen. Über den Komponisten Matthias Pintscher. In: Neue Musikzeitung 46, Regensburg 1997, S. 12.

    Schäfer, Thomas: Sprachmusiken jenseits der Sprache. Der Komponist Matthias Pintscher. In: Next Generation. Matthias Pintscher. Programmheft der Salzburger Festspiele 1997, S. 17–33.

    Schickhaus, Stefan: „Ich habe noch nie etwas Vernünftiges für Klavier geschrieben“. Interview von Stefan Schickhaus mit Matthias Pintscher. In: Frankfurter Rundschau, 6.9.2003.

    Schlüren, Christoph: Matthias Pintscher’s Fünf Orchesterstücke. In: Tempo. A Quarterly Review of Modern Music. January 1998 [in englischer Sprache].

    Struck-Schloen, Michael: In Traurigkeit schön. Der 31-jährige Komponist Matthias Pintscher gilt als die grosse Hoffnung der Klassikbranche. In: Süddeutsche Zeitung, 28.1.2003.

    Töpel, Michael: Einem Stillstand entgegenwirken. Portrait des Komponisten Matthias Pintscher. In: Programm „das neue werk“, NDR, März 2000, Nr. 7.

    Töpel, Michael: Matthias Pintscher. In: Die Musik und Geschichte und Gegenwart. Zweite, neubearbeitete Ausgabe. Personenteil, Band 13. Kassel/Stuttgart 2005. Sp. 603–605.

    Wieschollek, Dirk: Matthias Pintscher. In: Komponisten der Gegenwart. 23. Lieferung 4/2002

    Willmes, Gregor: Das Orchester als Instrument. Gespräch mit Matthias Pintscher. In: FonoForum, Mai 2001, 51ff.

    Winkler, Josef: Schwebender Grabhügel, gezeichnet auf einem Löschblatt. Ausserdem ist schwebender Grabhügel durch schwebendes Grab zu ersetzen, betrachtet auf der Rückseite des Löschblatts. Bilder, die beim Hören von Matthias Pintschers dernier espace avec introspecteur und beim Lesen von Antonio Machados Gedicht Beim Begräbnis eines Freundes entstanden sind. In: Next Generation. Matthias Pintscher. Programmheft der Salzburger Festspiele 1997, 50ff.

  • Choc (Monumento IV) (1996). Ensemble modern, Matthias Pintscher (Leitung). Auf: Musik in Deutschland 1950–2000. Deutscher Musikrat.

    Départ (Monumento III) (1993). Ensemble Varianti, Matthias Pintscher (Leitung). Auf: Andere Welten– 50 Jahre Neue Musik in NRW. Koch/Schwann 3-5037-2.

    dernier espace avec introspecteur (1994). Duo Elsbeth Moser, Karine Georgian. Auf: new works for accordion and cello. CACD 512 Teodoro Anzellotti (Akkordeon), Rohan de Saram (Violoncello). Auf: Matthias Pintscher. Winter & Winter 910 097-2.

    en sourdine (2002) / tenebrae (2000/01) / Reflections on Narcissus (2004/05). Frank Peter Zimmermann (Violine), Christophe Desjardins (Viola), Truls Mørk (Violoncello), Ensemble intercontemporain, NDR Sinfonieorchester, Matthias Pintscher (Leitung). Kairos CD 0012582KAI – 2007.

    Figura I und II (1997 und 1998). Arditti String Quartet. Auf: Witten live! Teodoro Anzellotti (Akkordeon). Konzertmitschnitte 1998 auf CD.

    Figura I–V (1997–2000)/ 4o quartetto d’archi „Ritratto di Gesualdo“ (1992) / dernier espace avec introspecteur (1994). Teodoro Anzellotti (Akkordeon), Arditti String Quartet. Auf: Matthias Pintscher. Winter & Winter 910 097-2.

    Fünf Orchesterstücke (1997) / Musik aus Thomas Chatterton (1998) / Choc (Monumento IV) (1996) Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Matthias Pintscher (Leitung), Urban Malmberg (Bariton); Klangforum Wien, Sylvain Cambreling (Leitung). Kairos/edel CD 0012052.

    Hérodiade-Fragmente (1999). Claudia Barainsky (Sopran), Junge Deutsche Philharmonie, Lothar Zagrosek (Leitung). Auf: Dialoge. Konzertmitschnitt des Bayerischen Rundfunks (15.9.2003). Auf: Jubiläumsedition Junge Deutsche Philharmonie.

    in nomine (1999). Ensemble Recherche. Auf: In Nomine. The Witten In Nomine Broken Consort Book. Kairos CD KAI 0012442.

    Janusgesicht (2001) / a twilight’s song (1997) / Lieder und Schneebilder (2000) / Vers quelque part … – façons de partir (2000) / in nomine (1999). Diverse Interpreten. Auf: Edition Zeitgenössische Musik. Hrsg. Deutscher Musikrat. WERGO 6553 2.

    Lieder und Schneebilder (Nr. 1-4) (2000). Claudia Barainsky (Sopran), Axel Bauni (Klavier). Auf: Lied:Strahl 1. Klavierlieder. edition zeitklang/Liebermann CD ez-20004.

    shining forth (2007/08). Anders Nyqvist (Trompete). Kulturforum Witten / WDR. Sieben Bagatellen mit Apotheose der Glasharmonika (1993). Volker Hemken (Bassklarinette). Auf: Volker Hemken – Interpretenportrait. edition zeitklang/Liebermann CD ez-13011.

    sonic eclipse (2009/10) / a twilight’s song (1997) / she-cholat ahavah ani (shir ha-shirim V) (2008). Marisol Montalvo (Sopran), Gareth Flowers (Trompete), David Byrd-Marrow (Horn), International Contemporary Ensemble (ICE), Matthias Pintscher (Leitung). SWR Vokalensemble Stuttgart, Leitung Marcus Creed. Kairos CD 0013162KAI – 2011.

    Study I for Treatise on the veil (2004). Frank-Peter Zimmermann (Violine), Heinrich Schiff (Violoncello). ECM New Series 1912

    Study IV for Treatise on the veil (2009). Jack Quartet. Auf: Ligeti: String Quartet No. 2, Pintscher: Study IV, Cage: String Quartet in Four Parts, Xenakis: Tetras. Wigmore Hall Live WHLIVE0053.

    Sur «Départ» (1999) / Hérodiade-Fragmente (1999) / Musik aus Thomas Chatterton (1998).

    Claudia Barainsky (Sopran), Dietrich Henschel (Bariton), NDR-Chor, NDR-Sinfonieorchester Hamburg, Christoph Eschenbach (Leitung). Auf: TELDEC New Line. Teldec 8573-84530-2

    towards Osiris (2005). Berliner Philharmoniker, Simon Rattle (Leitung). Auf: Gustav Holst: Die Planeten. EMI 3593822.

    Transir für Flöte und Kammerorchester (2005/06). Emmanuel Pahud (Flöte), Orchestre Symphonique de Radio France, Matthias Pintscher (Leitung). Auf: Flute Concertos by Dalbavie, Jarrell & Pintscher. EMI Classics (01226) 2008.

Aufführungen

composer_first_namecomposer_last_nametitledateorchestraconductorlocationspecial
Georg FriedrichHändelRinaldo 21.02.2025Rinaldo Alessandrini, Regie: Hinrich HorstkotteKarlsruhePremiere
Jean-PhilippeRameauCastor et Pollux21.02.2025Christopher Moulds, Regie: Adriana AltarasMeiningenPremiere
DannyElfmanPercussion Concerto22.02.2025Vivi Vassileva (Schlagzeug), Nürnberger SymphonikerGregor A. MayrhoferNürnberg (Meistersingerhalle)
HectorBerliozLa damnation de Faust22.02.2025Kiril Stankow, Regie: Sebastian BaumgartenKasselPremiere
Christoph WillibaldGluckOrfeo ed Euridice 22.02.2025Ektoras Tartanis, Regie: Johannes ReitmeierPassauPremiere
Andrea LorenzoScartazziniStreichquartett No. 122.02.2025Mitglieder des Sinfonieorchesters BaselBasel (Picassoplatz)
BenjaminBrittenQuatre Chansons Francaises23.02.2025Orchestre Philharmonique de MarseilleValentin Uryupin Marseille
PhilippeHurelFigures libres23.02.2025Internationale Ensemble Modern Akademie Graz (Universität für Musik und darstellende Kunst)
Wolfgang AmadeusMozartMitridate, re di Ponto23.02.2025Emmanuelle Bastet, Regie: Tim NorthamLausannePremiere
CharlesGounodFaust23.02.2025Johannes Witt, Regie: Matthew FerraroWuppertal Premiere
Wolfgang AmadeusMozartMitridate, re di Ponto 23.02.2025Adam Fischer, Regie: Birgit Kajtna-Wönig Hamburg (Staatsoper)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte 28.02.2025Clelia Cafiero, Regie: Éric VigiéToursPremiere
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte01.03.2025Johannes Braun, Regie: Barbara-David BrüeschGrazPremiere
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte01.03.2025Jerzy Wolosiuk, Regie: Natalia Babinska SzczecinPremiere
ImogenHolstOn Westhall Hill02.03.2025Complexity OrchestraElsa SchönwieseWien (Complexity Science Hub)
MatthewHindsonHouse Music - Flute Concerto06.03.2025Meret Louisa Vogel (Flöte), Neubrandenburger PhilharmonieNicholas MiltonNeubrandenburg (Konzertkirche)
MatthiasPintscherChute d'Etoiles06.03.2025Reinhold Friedrich, Simon Höfele (Trompete), Jenaer PhilharmonieSimon GaudenzJena (Volkshaus)
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella06.03.2025Downtown Voices and Amor ArtistsRyan Brandau, Stephen SandsNew York (Trinity Church)
ImogenHolstPersephone07.03.2025Saarländisches StaatsorchesterJustus ThorauSaarbrücken (Stiftskirche St. Arnual)
AndersHillborgPiano Concerto No. 208.03.2025Emanuel Ax (Klavier), Gürzenich-Orchester KölnSakari OramoKöln (Philharmonie)
PhilippMaintzseptemberalbum, zeige deine wunde08.03.2025Larisa Akbari (Sopran), Sinfonieorchester AachenChanmin ChungAachen (Classic Lounge, Depot Talstraße)
Wolfgang AmadeusMozart Così fan tutte08.03.2025James Conlon, Regie: Michael CavanaghLos Angeles (Dorothy Chandler Pavilion)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni 09.03.2025Daniel Linton-France, Regie: Andreas RosarBregenzPremiere
EricCoatesTwo Symphonic Rhapsodies11.03.2025Bergische SymphonikerKillian FarrellSolingen (Theater und Konzerthaus)
JosephHaydnL'isola disabitata11.03.2025François López-Ferrer, Regie: Simon ValastroParis (Amphithéatre Olivier Messiaen)Premiere
PeterTschaikowskyEugen Onegin12.03.2025Azim Karimov, Regie: Victoria Bomann-LarsenOsloPremiere
Jean-PhilippeRameauDardanus15.03.2025Chœur de Chambre de Namur, Les Ambassadeurs - La Grande EcurieAlexis KossenkoTourcoing (Théatre Raymond Devos)
CharlotteSeitherkrü für Violoncello solo 15.03.2025Matthias Lorenz (Violoncello)    Chemnitz (Staatliches Museum für Archäologie)
Andreas N.TarkmannDie Prinzessin auf der Erbse15.03.2025Reinhild Köhncke (Erzählerin), Mecklenburgische Staatskapelle Heng CheSchwerin
Andreas N.TarkmannZwerg Nase15.03.2025Jeannette Wernecke (Sprechering), Bergische SymphonikerRemscheidauch 16.3. Solingen
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella15.03.2025Swedish Radio ChoirKaspars PutninsStockholm (Berwaldhallen)
PhilippMaintzmaintenant. pas encore. plus jamais.16.03.2025Quator DiotimaLeipzig (Gewandhaus)Uraufführung
Georg FriedrichHändelAlcina18.03.2025Rinaldo Alessandrini, Regie: Pierre AudiRomPremiere
GeorgesBizetLes pecheurs de perles19.03.2025Pierre Dumoussaud, Regie: Mirabelle OrdinaireDijonPremiere
Georg FriedrichHändelBelshazzar20.03.2025Capella cracoviensisChristina PluharKrakau (Filharmonia)
MatthiasPintscherNeharot20.03.2025BBC Scottish Symphony OrchestraMatthias PintscherGlasgow (City Halls)
Charlotte SeitherEchoes of O's for one or more performer or any movable entities21.03.2025Lenka Zupkova, Tatjana Prelevic, Sophia Körber (Performance)Magdeburg (Gesellschaftshaus)
GeorgeBenjaminWritten on skin21.03.2025Peter Rundel, Regie: Balázs KovalikMünchen (Prinzregententheater)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 22.03.2025Kammerorchester BaselGiovanni AntoniniBasel (Stadtcasino)konzertant, weitere Termine
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 22.03.2025Václav Luks, Regie: Jiri HermannBrünn (Janácek-Theater)Premiere
Andreas N.TarkmannNils Holgersson22.03.2025Nationaltheater OrchesterAnton LegkiiMannheim
Wolfgang AmadeusMozartMitridate, re di Ponto 23.03.2025Ivor Bolton, Regie: Claus GuthMadridPremiere
Beat FurrerDas grosse Feuer23.03.2025Beat Furrer, Regie: Tatjana GürbacaZürichUraufführung
PhilippMaintzchoralvorspiel VII (o haupt voll blut und wunden) für orgel solo 26.03.2025Anna-Victoria BaltruschHalle (Konzerthalle Ulrichskirche)
MatthiasPintscherNeharot28.03.2025Orquesta Nacional de EspanaMatthias PintscherMadrid (Auditorio)
HectorBerliozLa damnation de Faust28.03.2025Orchestre et Choeur Opéra Royal de Wallonie-LiègeGiampaolo BisantiLiègekonzertant
PhilippMaintzhaché für orgel solo, englouti für orgel solo, pétillant für orgel solo 29.03.2025Angela Metzger (Orgel)Berlin (Konzerthaus)Deutsche Erstauff., Uraufführung
Andrea LorenzoScartazziniIncantesimo für Oboe solo und Orchester, Enigma für Orchester02.04.2025Armenian National Philharmonic OrchestraEduard TopchjanBasel (Stadtcasino)auch 3.4.
HectorBerliozChasse royale et orage 02.04.2025Czech PhilharmonicAlain Altinoglu Prag (Rudolfinum)
ThomasAdèsThree Studies from Couperin04.04.2025Orchestre National d'Ile de FranceJulien LeroyParis (Cité de la Musique)
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro04.04.2025Gary Thor Wedow, Regie: Stephen LawlessPalm Beach (Kravis Center for the Performing Arts)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartLa clemenza di Tito 05.04.2025David Stern, Regie: Héloise SérazinMassy (Opéra Fuoco)Premiere
AntonBruckner7. Symphonie05.04.2025Filharmonie BrnoNorbert Pfaffelmeyer Baden
Andreas N.TarkmannNils Holgersson06.04.2025Lina Fastabend (Rezitation), Bochumer SymphonikerTung-Chieh ChuangBochum
Christoph WillibaldGluckOrfeo ed Euridice07.04.2025Matteo Beltrami, Regie: Yehezkel LazarovTel AvivPremiere
JulesMassenetWerther13.04.2025Giampaolo Bisanti, Regie: Fabrice MurgiaLiègePremiere
Georg FriedrichHändelClori, Tirsi e Fileno13.04.2025Thüringen Philharmonie GothaMichael HofstetterBad Lauchstädt (Händel-Festspiele, Goethe-Theater)
UmbertoGiordanoFedora, Andrea Chénier (Ausschnitte)15.04.2025Sondra Radvanovsky (Sopran), Seokjong Baek (Tenor), MozarteumorchesterTabita BerglundSalzburg (Osterfestspiele)
BeatFurrerAkusmata16.04.2025PHACE - Ensemble für neue MusikCordula BürgiHall (Musik+/Osterfestival Tirol)
Wolfgang AmadeusMozartIl re pastore 18.04.2025Florian Ludwig, Regie: André BückerRheinsberg (Schloss)Premiere
Ludwig vanBeethovenFidelio18.04.2025Cláudio Cruz, Regie: William PereiraSao Paulo (Theatro São Pedro)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro19.04.2025Daniel Geiss, Regie: Sven MüllerNeustrelitzPremiere
Wolfgang AmadeusMozartIl re pastore 23.04.2025Camerata SalzburgGiovanni GuzzoSalzburg (Residenz Domquartier)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte23.04.2025OSM Chorus, Orchestre symphonique de MontréalRafael PayareMontréal (Maison symphonique)konzertant
Wolfgang AmadeusMozartThamos, König in Ägypten24.04.2025Orchestra Teatro Comunale di BolognaJames ConlonBologna (Auditorium Manzoni)
Andreas N.TarkmannWaldszenen24.04.2025Kammerorchester DarmstadtNicolas KierdorfDarmstadtauch 25.4.
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella26.04.2025Choral Arts Ensemble of PortlandDavid De LyserPortland (St. Philip Neri Catholic Church)auch 27.4.
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni27.04.2025James Gaffigan, Regie: Kirill SerebrennikovBerlin (Komische Oper)Premiere
Georg FriedrichHändelAlcina27.04.2025Dorothee Oberlinger, Regie: Jens-Daniel HerzogNürnbergPremiere
PhilippMaintzchoralvorspiel XXX (nun lobet gott im hohen thron) 28.04.2025Marcel Andreas OberBerlin (Kathedrale St. Hedwig)Uraufführung
Georg FriedrichHändelLa Resurrezione30.04.2025Les Arts FlorissantsPaul AgnewParis (Philharmonie)
GeorgesBizetLes Pêcheurs de Perles01.05.2025Chin-Chao Lin, Regie: FC BergmanWiesbaden (Internationale Maifestspiele)Premiere
GioachinoRossiniIl barbiere di Siviglia02.05.2025Tobias Ringborg, Regie: Linus FellbomStockholm Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni02.05.2025Roberto Minczuk, Regie: Hugo PossoloSao Paulo (Theatro Municipal)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni02.05.2025John DeMain, Regie: Fenlon LambMadisonPremiere
Christoph WillibaldGluckIphigénie en Tauride 03.05.2025Balthasar-Neumann-Chor und -OrchesterThomas HengelbrockHamburg (Internationales Musikfest Hamburg, Elbphilharmonie)konzertant
BeatFurrerAkusmata04.05.2025PHACE - Ensemble für neue MusikCordula BürgiWien (Konzerthaus)
CassandraMillerBismillah meets the Creator in Springtime for two soloists, large spatialized ensemble and fixed audio 04.05.2025WDR SinfonieorchesterElena SchwarzWitten (Wittener Tage für neue Kammermusik)Deutsche Erstauff.
ManfredTrojahnConduct für Orgel mit zwei Spielern04.05.2025Düsseldorf (Tersteegenkirche)
MatthewHindsonMaralinga 04.05.2025Tassilo Probst (Violine), Göttinger Symphonie Orchester Nicolò Umberto ForonGöttingen (Stadthalle)
Ludwig vanBeethovenFidelio04.05.2025Will Humburg, Regie: Evelyn Herlitzius Wiesbaden (Internationale Maifestspiele)
PhilippMaintzenglouti für orgel solo 04.05.2025Angela Metzger (Orgel)Leipzig (Gewandhaus)
ClaudioMonteverdiL'incoronazione di Poppea 05.05.2025Studenten der HochschuleFeldkirch (Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik) auch 6.5.
CharlesGounodFaust05.05.2025Louis Langrée, Regie: Denis PodalydèsLillePremiere
OliverKnussenMusic for a Puppet Court07.05.2025Sinfonieorchester BaselIvor BoltonBasel (Stadtcasino)
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte07.05.2025Nicolas Ellis, Regie: Mathieu BauerRennesPremiere
Georg FriedrichHändelTamerlano 08.05.2025Freiburger BarockorchesterRené JacobsFreiburg (Konzerthaus)weitere Termine
AntonBruckner9. Symphonie 08.05.2025NDR RadiophilharmonieCornelius MeisterHannover (Sendesaal NDR)auch 9.5.
CamilleSaint-SaënsSamson et Dalila09.05.2025Guillaume Tourniaire, Regie: Immo KaramanSaint-EtiennePremiere
LuciaRonchettiPinocchios Abenteuer09.05.2025Shawn Chang, Regie: Teresa HoffmannStuttgartPremiere
DieterAmmannThe Piano Concerto (Gran Toccata)10.05.2025Andreas Haefliger (Klavier), Basel SinfoniettaTitus EngelHamburg (Elbphilharmonie)
Jean-PhilippeRameauPigmalion (Auswahl)10.05.2025SWR SymphonieorchesterMatthew HallsSchwetzingen (Schwetzinger Festspiele, Schlosstheater)
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro10.05.2025Alexander Mayer, Regie: Wolfgang BertholdStralsundPremiere
RuggieroLeoncavalloPagliacci10.05.2025Gerrit Prießnitz, Regie: Jasmina HadziahmetovicInnsbruckPremiere
Wolfgang AmadeusMozartIl re pastore 14.05.2025Manlio Benzi, Regie: Cecilia LigorioRom (Teatro Nazionale)Premiere
Andreas N.TarkmannDer alternative Karneval der Tiere14.05.2025Staatsorchester DarmstadtNicolas KierdorfDarmstadtauch 15.5.
Georg FriedrichHändelIl trionfo del Tempo e del Disinganno15.05.2025Felix Pätzold, Regie: Jan EßingerKoblenz (Festung Ehrenbreitstein) Premiere
AmbroiseThomasHamlet15.05.2025Jérémie Rhorer, Regie: Jacopo Spirei Turin (Teatro Regio) Premiere
FrancescoFilideiEsercizio di pazzia II16.05.2025hand werkRegie: Ruben MichaelKöln (Philharmonie)
GeorgesBizetCarmen16.05.2025Jean-Marie Zeitouni, Regie: Jean-Francois SivadierLausannePremiere
Andrea LorenzoScartazziniIncantesimo für Oboe und Orchester16.05.2025Nathalie Gullung (Oboe), Orchestre Musique des LumièresFacundo AgudinLausanne (Salle Paderewski)
Georg FriedrichHändelSolomon 16.05.2025NDR Vokalensemble, Festspielorchester GöttingenGeorge PetrouGöttingen (Stadthalle, Internationale Händel-Festspiele)auch 20.5. Dresden
CharlesGounodFaust16.05.2025Laurent Brack, Regie: Ned GrujicCourbevoie (LabOpéra)Premiere
GioachinoRossiniIl barbiere di Siviglia16.05.2025Rory Macdonald, Regie: Annabel ArdenGlyndebourne (Festival)Premiere
Georg FriedrichHändelTamerlano 17.05.2025George Petrou, Regie: Rosetta Cucchi Göttingen (Deutsches Theater, Internationale Händel-Festspiele)Premiere
ThomasAdèsThe Tempest17.05.2025Marco Comin, Regie: Julia LwowskiKasselPremiere
Wolfgang AmadeusMozartMitridate, re di Ponto 18.05.2025Les Talens LyriquesChristophe RoussetMailand (Teatro alla Scala)auch 25.5. Paris
Georg FriedrichHändelAlcina18.05.2025André de Ridder, Regie: Katarzyna BorkowskaFreiburgPremiere
Andreas N.TarkmannNils Holgersson18.05.2025Berner SymphonieorchesterAnne HinrichsenBern
PhilippMaintzenglouti22.05.2025Angela Metzger (Orgel und Moderation) Siena (Accademia Musicale Chigiana)Ital. Erstauff.
Peter I.TschaikowskyEugen Onegin24.05.2025Johannes Willig, Regie: Olivia FuchsKarlsruhePremiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni 24.05.2025Patrick Hahn, Regie: Claudia Isabel MartinWuppertalPremiere
JosephHaydnIl ritorno di Tobia 24.05.2025Concerto Budapest Symphony OrchestraGyörgy Vashegyi Budapest (Academy of Music)
GeorgesBizetLe Docteur Miracle24.05.2025Sora Elisabeth Lee, Regie: Pierre LebonParis (Théatre du Chatelet)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro24.05.2025Ben Glassberg, Regie: Lotte de BeerWien (Volksoper)Premiere
ManfredTrojahnLibera me für tiefe Streicher und Solotenor25.05.2025Julian Prégardien (Tenor), Münchener KammerorchesterBas WiegersWürzburg (Residenz)
Andreas N.TarkmannNils Holgersson25.05.2025Staatskapelle WeimarAndreas WolfWeimar
Thomas DanielSchleeWacht auf, Harfe und Saitenspiel 25.05.2025Sinfonia ChristkönigEduard MatschekoLinz (Friedenskirche)
Georg FriedrichHändelGiulio Cesare in Egitto25.05.2025William Christie, Regie: Calixto BieitoBarcelonaPremiere
MiroslavSrnkaEighteen Agents26.05.2025Staatsorchester StuttgartCornelius MeisterStuttgart (Liederhalle)
ManfredTrojahnVerpasste Gelegenheiten27.05.2025Hanni Liang (Klavier), Manfred Trojahn (Sprecher)Würzburg (Mozartareal, Mozartfest)
GeorgesBizetCarmen28.05.2025Lionel Bringuier, Regie: Daniel BenoinNizzaPremiere
RudolfKelterbornErinnerungen an Mademoiselle Jeunehomme29.05.2025Studierende der HochschuleChristoph-Mathias MüllerZürich (Hochschule der Künste)
Wolfgang AmadeusMozartMesse in c-Moll29.05.2025Det Kongelige KapelMarie JacquotKopenhagen
CassandraMillerBel Canto für Mezzosopran und Ensemble29.05.2025Sean Shibe guitar & FriendsAlphonse CeminLondon (Wigmore Hall) weitere Termine
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni 30.05.2025Killian Farrell, Regie: Hinrich HorstkotteMeiningen Premiere
RudolfKelterbornVariationen für Oboe und Streicher31.05.2025Sapporo Symphony OrchestraHeinz HolligerSapporo (Concert Hall)
GeorgesBizetCarmen01.06.2025Philharmonisches Orchester WürzburgWill Humburg, Regie: Till Kleine-MöllerWürzburgPremiere
Georg FriedrichHändelSaul 01.06.2025Leo Hussain, Regie: Claus GuthDresdenPremiere
ManfredTrojahnAbendröte, Elf Lieder für Stimme und Klavier zusammengefügt mit elf Liedern von Franz Schubert nach Texten von Friedrich Schlegel02.06.2025Liedklasse Gerold HuberWürzburg (Exerzitienhaus Himmelspforten, Mozartfest)
PeterSculthorpeSun Music III02.06.2025Philharmonische Orchester RegensburgTom WoodsRegensburg (Neuhaussaal)
ManfredTrojahnStreichquartett Nr. 403.06.2025Kandinski QuartettWürzburg (Residenz, Mozartfest)
GeorgesBizetCarmen03.06.2025Nathalie Stutzmann, Regie: Dmitri TcherniakovBrüsselPremiere
Andreas N.TarkmannKönig Karotte03.06.2025Thilo Borowczak (Schauspieler), Münchner SymphonikerPhilip ToddMünchenweitere Termine
Andrea LorenzoScartazzini Einkehr für Sopran, Alt, Chor und Orchester - Aufführung des gesamten Zyklus05.06.2025Nina Koufochristou (Soprano), Evelyn Krahe (Alt), Jenaer Madrigalkreis und PhilharmonieSimon GaudenzJena (Volkshaus)Uraufführung
DieterAmmannThe Piano Concerto (Gran Toccata)05.06.2025Andreas Haefliger (Klavier), Basel SinfoniettaTitus EngelBasel (Stadtcasino)
Georg FriedrichHändelAgrippina 06.06.2025Laurence Cummings, Regie: Walter SutcliffeHalle (Oper, Händel-Festspiele)Premiere
Georg FriedrichHändelSemele07.06.2025Christine Brandes, Regie: Tomer Zvulun Atlanta Premiere
Andreas N.TarkmannDie verlorene Melodie08.06.2025Philharmonisches Staatsorchester HamburgHamburg (Elbphilharmonie)
Georg FriedrichHändelSaul 08.06.2025Jonathan Cohen, Regie: Barrie KoskyGlyndebourne (Festival)Wiederaufnahme
Georg FriedrichHändel Israel in Egypt10.06.2025Le Concert SpirituelHervé NiquetHalle (Marktkirche, Händel-Festspiele)
GiovanniSollimaWhen We Were Trees11.06.2025Ensemble Resonanz Hamburg (Elbphilharmonie)weitere Termine
Georg FriedrichHändel Amadigi di Gaula12.06.2025Dani Espasa, Regie: Louisa ProskeHalle (Oper, Händel-Festspiele)Wiederaufnahme
Georg FriedrichHändelClori, Tirsi e Fileno13.06.2025Michael Hofstetter, Regie: Alberto PaganiBad Lauchstädt (Händel-Festspiele Halle, Goethe-Theater)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDie Entführung aus dem Serail13.06.2025Giuseppe Grazioli, Regie: Jean-Christophe MastSaint-EtiennePremiere
MiroslavSrnkaVoice Killer13.06.2025Finnegan Downie Dear, Regie: Cordula DäuperWien (Theater an der Wien)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte 14.06.2025Justus Thorau, Regie: Susanne LietzowSaarbrücken Premiere
Wolfgang AmadeusMozartIdomeneo14.06.2025Eun Sun Kim, Regie: Lindy HumeSan FranciscoPremiere
AntoninDvorákRusalka15.06.2025Harry Ogg, Regie: Vasily BarkhatovDüsseldorfPremiere
AntonBruckner4. Symphonie (2. Fassung 1878/80)15.06.2025Orchestre Philharmonique de MarseilleAsher FischMarseille (Opéra)
BenjaminBrittenThe Sword in the Stone16.06.2025Orchesterakademie des Gürzenich-Orchester KölnUstina DubitskyKöln (Philharmonie)
Georg FriedrichHändelGiulio Cesare in Egitto19.06.2025Roman Válek, Regie: Jirí NekvasilOstrava (Anton Dvorák Theatre)Premiere
OliverKnussenTwo Organa20.06.2025Boulez EnsembleGeorge BenjaminBerlin (Pierre Boulez Saal)
GeorgesBizetCarmen20.06.2025Stefan Vladar, Regie: Bruno KlimekLübeck Premiere
GeorgeBenjaminThree Inventions for Chamber Orchestra20.06.2025Boulez EnsembleGeorge BenjaminBerlin (Pierre Boulez Saal)
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 20.06.2025Leonardo Sini, Regie: Jean-Romain VesperiniLiègePremiere
CharlesGounodFaust21.06.2025Louis Langrée, Regie: Denis PodalydèsParis (Opéra Comique)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartZaide 22.06.2025Vlad Iftinca, Regie: Jessica GlauseLudwigsburg (Residenzschloss)Premiere
JaquesOffenbachLa belle Hélène22.06.2025Miloslav Oswald, Regie: Jaroslav Morav?íkOpavaPremiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni 27.06.2025Vladimir Jurowski, Regie: David HermannMünchen (Bayerische Staatsoper)Premiere
Ludwig vanBeethovenFidelio27.06.2025Douglas Boyd, Regie: John CoxGarsington (Festival)Premiere
GeorgesBizetCarmen28.06.2025Dietger Holm, Regie: Anja Kühnhold Heidelberg Premiere
Georg FriedrichHändelGiulio Cesare in Egitto01.07.2025Paul Agnew, Regie: Tatjana GürbacaSchwetzingen (Schlosstheater)Premiere
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella02.07.2025Ensemble AedesMathieu Romano Reims (Église Saint-André)
GeorgesBizetDoktor Mirakel 03.07.2025Peter Foggitt, Regie: Florian HackspielMünchen (Staatstheater am Gärtnerplatz)Premiere
GeorgeBenjaminPicture a day like this04.07.2025Corinna Niemeyer, Regie: Daniel JeanneteauErl (Tiroler Festspiele)Premiere
ThomasAdèsThree-piece Suite from Powder Her Face09.07.2025Essener PhilharmonikerAndrea SanguinetiAmsterdam (Concertgebouw)
AmbroiseThomasHamlet12.07.2025Adrian Kelly, Regie: Jack FurnessBuxton (International Festival)Premiere
GiovanniSollimaWhen We Were Trees16.07.2025Stuttgarter KammerorchesterSusanne von GutzeitLudwigsburg (Forum am Schlosspark)weitere Termine
Andrea LorenzoScartazzini Anima für Alt und Orchester, Enigma für Orchester18.07.2025Evelyn Krahe (Alt), Jenaer PhilharmonieSimon GaudenzToblach (Mahler Festwochen)
GeorgesBizetLes pêcheurs de perles 19.07.2025Les Musiciens du LouvreMarc MinkowskiAix-en-Provence (Festival International d’Art Lyrique et de Musique)konzertant
MichaelJarrellKassandra 23.07.2025Ensemble ModernBas WiegersSalzburg (Salzburger Festspiele)
ManfredTrojahnStreichquartett Nr. 326.07.2025Kuss QuartettHitzacker (Sommerliche Musiktage)
Georg FriedrichHändelGiulio Cesare in Egitto26.07.2025Emmanuelle Haim, Regie: Dmitri TcherniakovSalzburg (Salzburger Festspiele)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartBallettmusik zur Pantomime „Les petits riens“26.07.2025Mozarteumorchester SalzburgIvor BoltonSalzburg (Salzburger Festspiele)
Wolfgang AmadeusMozartMitridate04.08.2025Mozarteumorchester SalzburgAdam Fischer, Regie: Birgit Kajtna-WönigSalzburg (Salzburger Festspiele)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartMozart-Matinée09.08.2025Mozarteumorchester SalzburgRoberto González-MonjasSalzburg (Salzburger Festspiele)
PhilippMaintzchoralvorspiel XXXVIII (schmücke dich, o liebe seele)13.08.2025Anna-Victoria BaltruschTrier (Konstantinbasilika)
PhilippMaintzchoralvorspiel XXXVIII (schmücke dich, o liebe seele)17.08.2025Anna-Victoria BaltruschFulda (Dom St. Salvator)
Wolfgang AmadeusMozartLa clemenza di Tito 24.08.2025Michael Hofstetter, Regie: Ralf MeyerBad Lauchstädt (Theatersommer, Goethe-Theater)Premiere
UmbertoGiordanoAndrea Chénier25.08.2025Mozarteumorchester SalzburgMarco ArmiliatoSalzburg (Salzburger Festspiele)
Jean-PhilippeRameauCastor et Pollux27.08.2025Utopia Chor und OrchesterTeodor CurrentzisSalzburg (Salzburger Festspiele)
DieterAmmannViolation für Violoncello und Orchester14.09.2025Sol Gabetta (Violoncello), Lucerne Festival Contemporary OrchestraRiccardo ChaillyLuzern (Lucerne Festival)
MiklosRozsaSpellbound Concerto 25.09.2025Giuseppe Albanese (Klavier), Bruckner Orchester LinzMarkus PoschnerLinz (Brucknerhaus)
DieterAmmannViola Concerto „No templates“30.08.2025Tabea Zimmermann (Viola) Lu­cerne Festival Contemporary OrchestraDavid RobertsonLuzern (Lucerne Festival)
DieterAmmannViola Concerto „No templates“16.10.2025Nils Mönkemeyer (Viola), Münchener KammerorchesterBas WiegersMünchen (Prinzregententheater)
PhilippMaintzenglouti, haché11.10.2025Angela Metzger (Orgel) Madrid (Auditorio nacional de Música)Span. Erstauff.
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro24.10.2025Igor Bulla, Regie: Dana DinkováBanská BystricaPremiere

Werke















































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    In Vorbereitung

    beyond II (bridge over troubled water)
    für Flöte, Viola und Harfe. BA 11466
    Online-Uraufführung 09.07.2020 Berlin, im Rahmen von „A Festival of New Music – Distance/Intimacy“
    kuratiert von Daniel Barenboim und Emanual Pahud

    Fanfare
    für zwei Trompeten (2015), in Vorbereitung
    Uraufführung 14.8.2015 Grafenegg (Festival), Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
















  •  


    In Vorbereitung

    vitres (fragment…)
    pour hautbois solo (2020). BA 11467, in Vorbereitung
    Uraufführung 16.05.2020, Cincinnati: Dwight Parry (Oboe)

    linea evocativa
    for solo violin (2020), 10 Min. BA11470, in Vorbereitung
    Uraufführung (online): 20.11.2020 New York: Leila Josefowitsch (Violine)

  • 1o quartetto d’archi (1988)

    Cadenza per clarinetto solo (1989)

    Fantasmagoria per clarinetto principale e gruppo strumentale (1989)

    1. Sinfonie für großes Orchester (1989)

    2. Sinfonie für Altstimme und großes Orchester (1989)

    Ofelia. Ciclo in tre parti per soprano e pianoforte secondo poesie di A. Rimbaud (1990)

    3o quartetto d’archi col baritono secondo poesie di e. e. cummings (1991), Fragment

    3. Sinfonie für großes Orchester, Fragment (1992)

Von Lavagluten und eisigen Schollen

Ein Portrait des Komponisten Matthias Pintscher

von Markus Fein

Paris, Rue de Villejust Nummer 40, vierter Stock. Im Salon der Juli Manet steht Edgar Degas vor einem Fotoapparat. Neun Petroleumlampen leuchten den Saal aus. Als Degas den Auslöser betätigt, verharren die beiden porträtierten Personen 15 Minuten lang in ihrer Position: Links, auf dem Sofa, der Maler Renoir. Rechts, neben ihm stehend: Stéphane Mallarmé, der große französische Dichter des Symbolismus. Tage später ist der Fotoabzug fertig; erst jetzt kann man das geschickte Bild-Arrangement von Degas bestaunen. Das Foto zeigt nämlich nicht nur die beiden Künstler, sondern gibt auch eine Ahnung von der großbürgerlichen Wohnung, in der sich die Szene abspielt. Über Renoir ist ein Spiegel zu sehen. Und dieser wirft den Blick des Betrachters zurück in den Raum, wie man das etwa von den Bildern Jan van Eycks kennt. Der Fotograf als Maler? Vielleicht hatte Degas die vieldeutigen Bilderwelten der altniederländischen Malerei vor Augen, als er 1895 dieses Foto machte. Die Aufnahme entpuppt sich jedenfalls bei genauerer Betrachtung als eine geheimnisvolle Inszenierung, denn in dem verschwommenen Spiegelbild zeichnen sich die Umrisse von weiteren Personen ab: Madame Mallarmé und ihre Tochter sind darin schemenhaft zu erkennen; auch Degas selbst, verdeckt durch das helle Leuchten der Petroleumlampen, ist vage als Schattenfigur zu sehen.

Wer die Musik von Matthias Pintscher hört, der betritt ähnlich irreale Räume wie in dem Foto von Degas. Entrückt, wie aus der Ferne tönt seine Musik. Klänge irrlichtern unfassbar durch den Raum, so mysteriös wie die Schattenfiguren von Degas. Und da Pintscher seine musikalischen Spiegelwelten mit großer Subtilität arrangiert, ist er auf die genaue Aufmerksamkeit des Hörers angewiesen. Schon beim ersten Eindruck spürt man, dass hier ein feinsinniger Künstler am Werke ist und eine Musik von großer poetischer Schönheit schreibt. Selten zuvor hat ein Komponist seine Klanggebilde mit so viel Vorsicht in die Welt gesetzt. Fragil klingt seine Musik – vor allem in den Kammermusikwerken der letzten Jahre, die eine Reise in das Innenleben der Töne unternehmen. Doch auch dort, wo seine Musik wie ein Körper atmet und zittert, wo Klangmassen dröhnen, spürt man, wie verletzbar diese Kunst ist. Matthias Pintscher komponiert eine auratische Musik. Sie will mit dem banalen Alltag nichts zu tun haben und propagiert stattdessen ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Die Freiheit der Musik – das ist ein lang gehegter Wunschtraum der Komponisten, denn die Theorie und das Metier legen Ketten an die Töne. Wenn es einen Grundgestus der Musik von Matthias Pintscher gibt, dann ist es vielleicht jene Bewegung der Freiheit, die den Tönen eine schwebende Leichtigkeit verleiht. „Gambenhaft, leicht und schwebend“, heißt es in der Partitur von „in nomine“ für Viola solo (1999); der Klavierkomposition „on a clear day“ (2004) ist die Vortragsbezeichnung „evenly floating and swaying“ vorangestellt. Über das Stück „Janusgesicht“ für Viola und Violoncello (2001) schreibt Pintscher im Partiturnachwort: „Es sind stille, atmende Töne zu langsamer und doch ganz freier Musik.“ Überall trifft der Hörer im Werk von Matthias Pintscher auf solche langsamen, freien Bewegungsformen. Frei ist diese Musik, da sie der gemessenen Zeit enthoben ist und nicht das Korsett von Takten kennt. Sie fließt und strömt in ihrem eigenen Rhythmus.

Diese wenigen Ausführungen mögen bereits verdeutlichen, dass Matthias Pintscher ein Unzeitgemäßer ist. Seine Ars subtilior will so gar nicht in die plakative und laute Welt passen, die uns heute umgibt. Da verwundert es beinahe, dass der Musikbetrieb früh auf seine eminente Begabung aufmerksam geworden ist. 1971 im nordrhein-westfälischen Marl geboren, studiert Pintscher zunächst Klavier, Violine und Schlagzeug. Als er mit vierzehn Jahren zum ersten Mal das Städtische Jugend-Sinfonieorchester seiner Heimatstadt dirigiert, wächst in ihm der Wunsch zu komponieren, „das Orchester selbst zu beatmen“. 1988 nimmt er als Jungstudent ein Kompositionsstudium bei Giselher Klebe in Detmold auf; zwei Jahre später trifft er auf Hans Werner Henze, dessen Idee eines „imaginären, instrumentalen Theaters“ Pintscher zu einer erzählenden, gestischen Musik inspiriert. Henze ist es auch, der den Anstoß zu einer Beschäftigung mit dem um 1560 geborenen Komponisten Carlo Gesualdo gibt. Aus der Auseinandersetzung mit dem Madrigal „Sospirava il mio core“ entsteht das vierte Streichquartett; Pintscher nennt es im Untertitel „Porträt“: „Ritratto di Gesualdo“. Noch während des Kompositionsstudiums bei Manfred Trojahn, das sich anschließt, erntet Pintscher erste Erfolge. 1992 gewinnt er den Kompositionswettbewerb in Hitzacker, zwei Jahre später wird er zum Wiener Kompositionsseminar mit Peter Eötvös, Helmut Lachenmann und dem Klangforum Wien eingeladen. Spätestens seit den Porträtkonzerten bei den Salzburger Festspielen 1997 sowie der Premiere seiner Oper „Thomas Chatterton“ an der Dresdner Semperoper 1998 ist seine internationale Karriere nicht mehr aufzuhalten. Heute zählt Pintscher zu den anerkannten und international renommierten Komponisten unserer Zeit.

Der äußere Umriss solcher Komponistenkarrieren verstellt den Blick dafür, dass auch Zweifel und Unsicherheit die innere Biografie begleiteten können. Matthias Pintscher zählt zu jenen Komponisten, die ihren musikalischen Standort reflektieren, ja, die sich an der Kunst abarbeiten. Wie die literarische Figur in Arthur Rimbauds Gedicht „Départ“ – ein Schlüsseltext für sein musikalisches Denken – ist auch Pintscher immer im Aufbruch, rast- und ruhelos. Die „Bürde der Selbstverstümmelung“ nannte Pintscher die Mühen seines Komponierens. Diesem langsam tastenden und fragenden Entstehungsprozess steht ein umfangreicher Werkkatalog gegenüber, der alle Gattungen einschließt und bis zur Oper reicht. Lässt man die Werke der letzten 15 Jahre Revue passieren, erkennt man Entwicklungen innerhalb seines Schaffens. Man sieht, wie der Komponist allmählich seine Partituren gelichtet und dem Tonsatz eine immer subtilere Gestalt gegeben hat. Seine frühen, hoch expressiven Orchesterstücke wölben sich bedrohlich wie eine vibrierende Glocke; heute wendet Pintscher den Spannungsgehalt seiner Musik nach innen. Im Rückblick zeichnen sich jedoch auch die Konstanten seiner Arbeit ab. In der Farbenvielfalt und Raffinesse seiner Klangsprache, aber auch in der Ausrichtung seiner Kunstauffassung war Pintscher immer ein musicien français. Kein Zufall ist, dass er eine zweite Wohnung in Paris hat. Den meisten Stücken von Matthias Pintscher ist neben der Vorliebe für den fein ausgeleuchteten Klang (von der noch zu reden sein soll) eine Dramaturgie der Gegensätze gemein: Töne am Rande der Stille und ekstatischer Raumklang, filigrane Zeichnung und brutale Klangeruption wechseln einander ab und bespiegeln sich gegenseitig.

Früh begab sich Pintscher auf die Suche nach einem Klangideal, das heute ein unverwechselbares Merkmal seiner Musik ist: das Vage. Matthias Pintscher hat ein ausgesprochenes Faible für das Zweideutige und Unscharfe. Dieses Interesse machte ihn empfänglich für die Literatur des amerikanischen Autors Edward Estlin Cummings (1894-1962), der in vielen seiner Gedichte dem Vagen eine Stimme gab. In „the hours rise up“ hat Cummings ein Gedicht über das Zwielicht verfasst: über das hereinbrechende Licht bei Tagesanbruch, das Aufwachen der Stadt, die Träume und Obsessionen der Menschen und das allmähliche Verschatten bei Einbruch der Dunkelheit. Wie dieses Gedicht in den Ohren von Matthias Pintscher geklungen hat, kann man in „a twilight’s song“ für Sopran und sieben Instrumente (1997) nachvollziehen. Das Schattenspiel von Licht und Dunkel ist dort in eine atmosphärisch dichte Musik der Zwischentöne transformiert. Immer wieder finden sich in der Partitur Spielanweisungen, die den Ausführenden dazu anhalten, den Ton gleichsam in die Ferne zu rücken. „Molto irreale“ – Musik wie hinter einem Seidenvorhang. Die Suche nach dem entrückten und unangreifbaren Klang hat Matthias Pintscher seit dem nicht mehr aufgegeben. In den „Liedern und Schneebildern“ für Sopran und Klavier (2000) hat er erneut auf Texte von Cummings zurückgegriffen. Und auch hier, in den Gedichten von Dämmerung, Mond und Winter, lauscht Pintscher verhangenen, kargen Landschaften nach. Vier Jahre später eröffnet Pintscher mit „Study I for Treatise on the Veil“ einen Zyklus von Kammermusikwerken, der dem amerikanischen Maler Cy Twombly (*1928) gewidmet ist. Twombly hat sich ein ganzes Malerleben mit dem Vagen auseinandergesetzt. Auf einen meist cremefarbenen Hintergrund setzt er sparsam seine Zeichen und Buchstaben, um sie durch Übermalungen und Verwischungen zum Schweben zu bringen. Pintschers „Traktat über den Schleier“ ist eine Verbeugung vor dieser Kunst der verwischten Schraffur.

Die Wechselwirkung zu den anderen Künsten ist im Schaffen Pintschers kein Einzelfall. „Dernier espace avec introspecteur“ für Akkordeon und Violoncello aus dem Jahr 1994 versteht sich als Betrachtung einer Raumplastik von Joseph Beuys (1921-1986), die der Komponist in der Stuttgarter Staatsgalerie gesehen hatte: „Durch die räumliche Konstellation und die Beziehung zwischen den Objekten hatte ich Klänge, Strukturen und Proportionen assoziiert, die dann in das Werk eingeflossen sind.“ Ein anderer Bezugspunkt ist Alberto Giacometti (1901-1966). Pintscher ist ein Bewunderer der späten Plastiken des Schweizer Bildhauers. Man kennt sie: Seine in die Länge gestreckten, drahtdünnen Bronzefiguren; sie kreuzen Plätze oder stehen wie gebannt auf der Stelle, die Oberfläche rau und zerfurcht. Der fünfteilige „Figura“-Zyklus für Streichquartett und Akkordeon (1997-2000) ist aus der Auseinandersetzung mit dem bildhauerischen Werk Giacomettis entstanden. Pintscher begreift seine Komposition als Annäherung, Paraphrase, klingender Kommentar – eine direkte und allzu naive Übersetzung in das Medium der Musik liegt ihm fern. Wer den Zyklus erstmals hört, mag überrascht sein von der Fragilität dieser Musik. Das Streichquartett, erst recht das Akkordeon, sind uns als kompakte Klangkörper vertraut. Pintscher sucht demgegenüber gezielt die Bruchstellen und Störungen des Klanges auf: Immer wieder folgt die Musik Risslinien, Klang kippt in Geräusch oder Stille um. Dass sich die Musik dabei innerhalb eines äußerst reduzierten Materialvorrats bewegt, darf als Verweis auf Giacometti verstanden werden: Wie dieser „zeichnet“ auch Pintscher in fein abgestuften Grautönen; was er im Sinn hat, ist eine plastische Raummusik, die das Detail in immer neuen Ansichten beleuchtet. Etwas anderes kommt hinzu: Beide Künstler, Giacometti wie Pintscher, setzen ihr Material gezielt Verletzungen aus. Auf dem Weg der Entmaterialisierung lässt Giacometti ausgemergelte Körper zurück, deren Oberfläche so krude aufgerauht ist wie die abgeplatzten Wände seines Ateliers. Matthias Pintschers Musik bezieht aus dieser Form der bedrohten Schönheit ihre Poesie.

Matthias Pintscher ist ein Klang-Besessener. Wer einen Blick auf seine Partituren wirft, der sieht, mit welcher Genauigkeit er seine Klanglandschaften arrangiert. Der Notentext ist gespickt mit präzisen Spielanweisungen für die Musiker. Sie geben akribisch genau vor, an welcher Stelle der Bogen auf die Saite aufzusetzen ist oder in welcher Farbnuance ein Ton schattiert werden soll. Unter den Händen der Musiker verwandelt sich dieser akkurate Notentext in eine Musik von großer poetischer Kraft. Matthias Pintscher komponiert eine bildstarke Musik. Sie tritt dem Hörer hier als schwebende, lichthelle Klangfigur entgegen, dort als mächtig sich auftürmende Klangmasse. „Choc“ für großes Ensemble aus dem Jahr 1996 ist so ein Werk. Pintscher schrieb es unter dem Eindruck der Lyrik von Arthur Rimbaud. Und wie dieser eine gleißende Welt beschwört, die sich an Gegensätzen berauscht, so komponiert Pintscher eine Musik, die sich aus dem Zusammenstoß unterschiedlicher Klangwelten entzündet. „Choc“ lebt von der Setzung eruptiver Klangereignisse – und ihrem Nachklang. Auf das Dröhnen und Schreien gewaltiger Klangmassen antwortet nachbebender Ausklang. Wer das Stück im Konzertsaal erlebt, ist auf das Äußerste gefordert. Der Zuhörer bleibt nicht Beobachter, sondern gerät selbst hinein in den Strom der „Lavagluten“ und „eisigen Schollen“, von denen Arthur Rimbaud und die Musik Pintschers erzählen.

Von der Nähe Pintschers zur Bildenden Kunst war bereits die Rede. Wie ein Bildhauer modelliert er den Klang. Anders als dieser jedoch, formt der Komponist seine Klangskulpturen im Medium der Zeit. Matthias Pintscher ist sich dieser Qualität der Musik voll bewusst. Der Hörer seiner Musik kann deswegen unmittelbar erleben, wie er die Klänge entlang der Zeit formt und weiterbildet. Seine Klanglandschaften breitet Pintscher im Fluss der Zeit aus. Sich mit ihm auf die Reise durch jene mäandernden Klangbänder zu begeben, gehört zu den faszinierenden Hörerlebnissen bei der Begegnung mit seiner Musik. Die bereits erwähnte Komposition „Janusgesicht“ für Viola und Violoncello ist hierfür ein gutes Beispiel. Der Übergang vom Ton ins Geräusch, und vom Geräusch in die Stille, wird hier so subtil modelliert, dass man einer unmerklichen Metamorphose beiwohnt. Bratsche und Cello sprechen dabei oft mit einer Stimme. Sie verbinden sich zu einem Klangfaden – der ausfranst, abreißt und wieder neu ausgesponnen wird. Einen typischen Gestus der Musik Pintschers kann der Hörer am Ende der Komposition antreffen: Der Klang verflüchtigt sich. In einem einmütigen Auflösungsprozess treiben Bratsche und Cello ihre kurzatmigen Motivkürzel immer weiter in die Höhe und streifen schließlich den Ton wie eine Haut ab. Zurück bleibt ein schwebendes Geräusch. Ähnliches findet sich etwa im vierten seiner „Fünf Orchesterstücke“ (1997). Das Orchester, eben noch von schreiender Dissonanz durchzuckt, klingt geräuschhaft in die Tonlosigkeit hinein – ein Moment von Stille und Spannung.

Diese Ausführungen können freilich nur die vielfältige klangliche Vorstellungswelt von Matthias Pintscher andeuten. Immerhin: Weiß man um seine Obsession, Musik als Klang zu komponieren, dürfte man seine Werke nicht mit Ohren hören, die versehentlich auf Melodien oder „reine“ Struktur warten. Angesichts seiner enormen Klangraffinesse verwundert es auch nicht, dass Pintscher sich von Komponisten inspirieren ließ, die als Entdecker der Klangfarbe Musikgeschichte geschrieben haben. In einem Werkkommentar anlässlich der Uraufführung seiner „Fünf Orchesterstücke“ bei den Salzburger Festspielen hat er Olivier Messiaen und Claude Debussy als wichtige Vorbilder genannt. Über Debussy führt für Pintscher auch der Weg vom Klang zum Raum: „Wie Debussy versuche auch ich, räumliche Perspektive zu entwerfen, die überbrückten Wege der Dialoge innerhalb eines Orchesters erlebbar zu machen.“ Wie wichtig ihm diese Konzeption eines musikalischen Raums ist, belegt ein Blick in die Noten: Von seinen frühen Orchesterpartituren an finden sich Skizzen, in denen er die Aufstellung der Orchestermusiker genau festlegt. In der erwähnten Komposition „Choc“ lagern sich die Ensemblegruppen in drei Ringen um den Dirigenten; in der Partitur seines Violinkonzerts „en sourdine“ (2002) schreibt er präzise vor, wie das Orchester in zwei symmetrische Gruppen geteilt wird. Matthias Pintschers Kompositionen sind Raummusiken. Denn in jene Klangkörper legt er Aktionsräume für die Entfaltung seiner Musik. In den „Fünf Orchesterstücken“ etwa bilden zwei im Raum verteilte Harfen einen solchen Dialograum. Vorne, in der Nähe des Dirigenten, ist die eine Harfe positioniert; im hinteren Orchesterraum die zweite. Zwischen diesen beiden Orten wird der Gesang einer zarten Harfenmusik hin und her geworfen; es entsteht ein „Luftweg“, aus dem die anderen Instrumente des Orchesters Klänge herausgreifen und an benachbarte Instrumentengruppen weiterreichen. Das ist es, was Matthias Pintscher meint, wenn er davon spricht, „Wege des Dialogs“ erlebbar zu machen. Und seine Musik durchmisst und erforscht diese Klangräume stets aufs Neue. In seinem Violinkonzert fungiert der Solist als ein Prisma, das die Klänge sammelt und in die verschiedenen Richtungen des Orchesters ausstrahlt. Haben diese Klänge einmal ihre Reise angetreten, werden sie subtil in ihrer Gestalt verändert, farblich gebrochen oder als verzerrtes Echo wieder zurückgeworfen. Diese nuancenreich gestaffelten Übergänge und Verwandlungen der Klänge im Raum sind ein Merkmal der musikalischen Ästhetik von Matthias Pintscher. Der Konzertbesucher begegnet dieser Leitidee immer wieder. In „Sur Départ“ (2000) spannt der Komponist – wie in vielen anderen Werken – seine musikalischen Resonanzräume sogar bis in das Auditorium hinein: Drei im Konzertsaal verteilte Celli und Frauenstimmen greifen das Flüstern, Zittern und Beben des Orchesters auf – und werfen ihren Klangschatten zurück auf das Podium.

Matthias Pintschers Raummusiken sind jedoch weit mehr als eine rein musikalische Recherche. Den Raum haben viele Komponisten des 20. Jahrhunderts in ihren Werken untersucht. Für Pintscher ist das Interesse an klangräumlichen Wirkungen eng mit seinem künstlerischen Denken an sich verbunden. Angesprochen auf den Entstehungsprozess seiner Werke, berichtete Pintscher von „Klangräumen“, die sich als erste musikalische Ahnung in sein inneres Ohr hineinschreiben. Was die Vorstellung von illusionären Räumen anbelangt, fand Matthias Pintscher in dem englischen Filmemacher, Maler und Autor Derek Jarman (1942-1994) einen Geistesverwandten. Als Jarman 1986 HIV-positiv getestet wurde, begann für ihn ein Leidensweg, den er in seinen Filmen und seinem öffentlichen Protest zum Politikum machte. Seine letzten Lebensmonate hielt er in einem Sterbeprotokoll fest – bilderstarke, expressionistisch verdichtete Aufzeichnungen, die im Angesicht des Todes geschrieben wurden. Hier, in den Visionen Jarmans, stieß Pintscher auf Beschreibungen von Räumen, die seine musikalische Klangwelt sofort zum Schwingen brachten und ihn zu der Komposition „with lilies white“ (2001/02) für großes Orchester und Stimmen anregten. Jarmans Texte, die in dem Werk von einem Knabensopran und drei Sopranstimmen gesungen werden, beschreiben Räume an der Grenze zwischen Leben und Tod, „Durchgangslager“, „Warteräume“, „ortlose Räume, die still sind und jeden Klang, Ton oder Worte verschlucken“, so der Komponist. „This is the song of my room“ – bei Pintscher klingen sie leise, fahl, klaustrophobisch, irreal. In jenen Abschnitten, wo die Stimmen schweigen, brechen lärmende Orchestermassen aus dem verhaltenen Innenraum und türmen sich bedrohlich vor dem Hörer auf. Wer das Glück hat, die Komposition im Konzertsaal zu hören, kann gegen Ende von „with lilies white“ eine weitere Entdeckung machen: Das Stück öffnet sich wie ein Fenster und lässt Musik aus ferner Vergangenheit einströmen. Begleitet von zwei Cellogruppen zu je vier Instrumenten, die den Knabensopran schützend in einem Halbrund umfassen, erklingt – als verfremdetes Zitat – eine weitere Totenklage: ein Lied des englischen Renaissancemeister William Byrd (ca. 1540-1623). Byrd besingt in dem Lied den Tod einer englischen Lady. In der Komposition Pintschers wirkt diese „fremd anmutende, unwirklich scheinende Musik, als würde sie aus einer anderen Zeit hinübergeweht“ – ein trauriger Sehnsuchtsraum, der am Ende der Komposition wie eine Blase zerplatzen muss.

Nicht nur an dieser Stelle lässt sich im Schaffen von Matthias Pintscher eine Parallele zu einer Denkfigur des deutschen Philosophen Peter Sloterdijk ziehen. Sloterdijk ist kein erklärter Bezugspunkt im Denken des Komponisten; an keiner Stelle hat er auf ihn verwiesen. Und doch kommt man der Musik von Matthias Pintscher vielleicht nahe, wenn man sie mit dem beschreibt, was Sloterdijk „Sphäre“ nennt. In seiner dreibändigen Schrift mit dem Titel „Blasen“ hat Sloterdijk die Geschichte der Menschheit als eine unentwegte Suche nach Innenwelten beschrieben. „Wir sind in einem Außen, das Innenwelten trägt.“ Matthias Pintschers Werke bilden oftmals solche Innenwelten aus, „Sphären“, die sich gegen die Provokationen der äußeren Welt behaupten wollen. In „Janusgesicht“ für Bratsche und Violoncello werden beide Stimmen wie unter eine gemeinsame, schützende Hülle gefasst: „Zwei Stimmen, zart schwebend, im ‚Ein-Klang’.“ Vielleicht liegt auch darin begründet, dass die Musik von Matthias Pintscher eine besondere Aura verströmt; seine Werke, das hört man sofort, sind dem Alltag entrückt. Einigen mögen sie deshalb als gekünstelte Klanggespinste erscheinen, die sich im schönen Glanz gefallen. Aber das trifft es nicht. Denn wer seine Musik so beschreibt, der verkennt, dass sie voller verborgenen Geschichten steckt. Wer genau hinhört, der erfährt viel über die Person des Komponisten. Vertieft man sich in die Musik von Matthias Pintscher, so spürt man, dass der Komponist seine eigentlichen Aussagen vor einem allzu schnellen Zugriff schützen möchte. Seine Kunst ist am Rand angesiedelt. An jenen entlegenen Orten neue Erfahrungen zu machen, ist das Versprechen seiner Musik.

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