Porträtaufnahme von Miroslav Srnka

Miroslav Srnka

Biographie

Der internationale Durchbruch gelang Miroslav Srnka 2016 mit der Uraufführung seiner Oper „South Pole“ an der Bayerischen Staatsoper München unter Kirill Petrenko in einer Inszenierung von Hans Neuenfels mit Rolando Villazón und Thomas Hampson in den Titelrollen.

Doch bereits zuvor hatte Srnka mehrere bedeutende Aufträge und Auszeichnungen erhalten, darunter 2009 den Komponistenpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. Seine Werke wurden von namhaften Interpreten aufgeführt, darunter dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Los Angeles Philharmonic, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Radio-Symphonieorchester Wien, der Tschechischen Philharmonie, dem Beethoven Orchester Bonn, dem Ensemble Intercontemporain, dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien und dem Münchner Kammerorchester, unter Dirigenten wie als Peter Eötvös, Jakub Hrůša, Susanna Mälkki und Cornelius Meister bei Festivals wie Lucerne Festival, Ultraschall Berlin, Wien Modern, Présences Paris, Prager Frühling, Musica Straßburg, Milano Musica, Printemps des Arts de Monte-Carlo, Ostrava New Music Days und Contempuls.

Sein neues Orchesterwerk Superorganisms, ein Auftragswerk der Berliner Philharmoniker und ihres Chefdirigenten Kirill Petrenko, wird in dieser Saison und in den kommenden Spielzeiten mit dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, der Tschechischen Philharmonie, dem Los Angeles Philharmonic und dem Orchestre de Paris uraufgeführt.

In der Saison 2023/24 werden auch weitere neue Werke von Srnka aufgeführt: Das WDR-Symphonieorchester bringt ein neues Stück für zwei Hörner zur Uraufführung, das vom Gürzenich-Orchester Köln unter Francois-Xavier Roth uraufgeführte Cembalokonzert „Standstill“ für Mahan Esfahani wird vom Radio-Symphonieorchester Prag erstmals in der Tschechischen Republik aufgeführt und in der Wettbewerbssektion Violine wird ein neues Stück für Violine uraufgeführt das Prager Frühlingsfest.

Seine Kurzoper Wall nach einem Werk von Jonathan Safran Foer wurde 2005 an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin uraufgeführt, 2006/2007 war er „Komponist für Heidelberg“ am Theater Heidelberg. 2011 wurde seine Kammeroper Make No Noise an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt und Jakub Flügelbunt, ein „Comic für drei Sänger und Orchester“, wurde an der Semperoper Dresden uraufgeführt. Im Jahr 2017 präsentierte das Festival Dialoge in Salzburg mit zahlreichen Veranstaltungen und Uraufführungen ein umfassendes Porträt des Komponisten. Für seine 100. Saison 2018/2019 beauftragte das Los Angeles Philharmonic Srnka mit der Komposition des Stücks Overheating. Im Jahr 2015 präsentierte die Konzertreihe musica viva in München move 01 & 02. Im Rahmen derselben Reihe im Jahr 2019 wurde Speed of Truth mit Jörg Widmann, Klarinette, und dem Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Susanna Mälkki uraufgeführt. Das Auftragswerk Milky Way, geschrieben für die ECHO (European Concert Hall Organisation) Rising Stars Tour und den Trompeter Simon Höfele, wurde im Concertgebouw in Amsterdam uraufgeführt, mit weiteren Aufführungen in der Elbphilharmonie in Hamburg, der Kölner Philharmonie, der Philharmonie Luxembourg, dem MüPa Budapest, The Sage Gateshead, St Lukes in London, dem Gulbenkian in Lissabon, Baden-Baden und Birmingham.

2021 brachte die Bayerische Staatsoper München gemeinsam mit dem Klangforum Wien unter Patrick Hahn seine neue Kammeroper Singularity – A Space Opera for Young Voices zur Uraufführung.

Sein neues Orchesterwerk „Superorganisms“, ein Auftragswerk der Berliner Philharmoniker und ihres Chefdirigenten Kirill Petrenko, wurde 2023 vom NHK Symphony Orchestra Tokyo uraufgeführt. Weitere Aufführungen folgten und folgen mit dem Orchestre de Paris, der Tschechischen Philharmonie, den Berliner Philharmonikern und dem Los Angeles Philharmonic.

Am 14. Juni 2025 wurde seine neue Oper „Voice Killer“ (Oper nach einer wahren Geschichte, Libretto von Tom Holloway) am MusikTheater an der Wien uraufgeführt.

Srnka arbeitet seit vielen Jahren mit dem Ensemble Quatuor Diotima zusammen, das seine Quartette europaweit aufführt und eine Porträt-CD mit Kammermusik beim Label Naive herausgibt.

Srnka, geboren 1975 in Prag, studierte Musikwissenschaft an der Karls-Universität und Komposition an der Prager Akademie der Musischen Künste. Er ist Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und gefragter Juror bei Wettbewerben wie dem renommierten Mahler-Wettbewerb in Bamberg oder dem Mauricio Kagel-Kompositionswettbewerb. Er ist außerdem Mitglied des künstlerischen Beirats des Prager Frühlings, wo er Prague Offspring gründete und mitkuratierte, ein Festival, das sich auf neue Musik konzentriert.

Aufführungen

Komponist VornameKomponist NachnameTitelDatumOrchesterDirigentOrtInfo
AntonBruckner8. Symphonie 24.04.2026National Philharmonic OrchestraCornelius MeisterWarschau (Philharmonie)
ThomasAdèsViolin Concerto24.04.2026Ilya Gringolts (Violine), Staatsorchester Rheinische PhilharmonieAnu TaliKoblenz (Rhein-Mosel-Halle)
Wolfgang AmadeusMozartDer Messias 24.04.2026MDR-Sinfonieorchester & RundfunkchorDennis Russell DaviesErfurt (Theater)
BeatFurrerPiano Concerto No. 224.04.2026Francesco Piemontesi (Klavier), Symphonieorchester des Bayerischen RundfunksEnno PoppeMünchen (Residenz)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte24.04.2026Emily Senturia, Regie: Haley StamatsMadison (Overture Hall)Premiere
AntonBruckner2. Symphonie25.04.2026Dresdner PhilharmonieChristoph EschenbachDresden (Kulturpalast)
CharlotteSeitherEchoes of O’s25.04.2026Ensemble Lux NMWiesbaden (Art.Ist-Galerie)
AntonBruckner8. Symphonie26.04.2026Orchester des Staatstheaters DarmstadtMarc AlbrechtDarmstadt
ClaudioMonteverdiL’incoronazione di Poppea26.04.2026Lars Ulrik Mortensen, Regie: Christoph MarthalerKopenhagen (Det Kongelige Teater)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartLa clemenza di Tito 26.04.2026Marc Minkowski, Regie: Damiano MichielettoZürichPremiere
SalvatoreSciarrinoLa navigazione notturna28.04.2026Marino Formenti, Alfredo Ovalles, Luca Lavuri, N.N. (Klavier)Wien (Musikverein)
Beat FurrerStudie IV für Klavier solo 28.04.2026Filippo Gorini (Klavier)Mailand (Teatro alla Scala)Italienische Erstaufführung
AntonBruckner7. Symphonie 29.04.2026Duisburger PhilharmonikerStefan BlunierDuisburg (Philharmonie Mercatorhalle)
HectorBerliozMesse solennelle29.04.2026Bach-Verein Köln, GürzenichorchesterChristoph SiebertKöln (Philharmonie)
HectorBerliozCléopâtre30.04.2026Antoniette Dennefeld (Sopran), Orchestra di Padova e del VenetoPierre DumoussaudPadova (Auditorium Pollini)
Andreas N.TarkmannWesendonck-Lieder 30.04.2026Alicja Bukowska (Mezzosopran), Elbland Philharmonie SachsenHermes HelfrichtPirna (Marienkirche)
GeorgesBizetCarmen01.05.2026Lorenzo Passerini, Regie: Nadja LoschkyDresdenPremiere
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte02.05.2026Yi-Chen Lin, Regie: Barbara-David BrüeschSt. GallenPremiere
ClaudioMonteverdiL'Orfeo02.05.2026Jörg Halubek, Regie: Markus BotheSchwetzingen (Schwetzinger SWR Festspiele, Schlosstheater)Premiere
CharlotteSeitherkoy für Bass-Stimme solo03.05.2026Martin Wistinghausen (Stimme) Bethel (Zionskirche)
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella03.05.2026Amor Artis Chamber ChoirRyan James BrandauNew York (St. Patrick’s Old Cathedral)
AntonBruckner7. Symphonie 05.05.2026Wiener SymphonikerMarie JacquotWien (Konzerthaus)
Christoph WillibaldGluckOrphée et Euridice05.05.2026Edward Ananian Cooper, Regie: Pierre-André WeitzLimogesPremiere
Ludwig vanBeethovenMusik zu Goethes Trauerspiel Egmont07.05.2026Essener PhilharmonikerDirk KaftanEssen (Alfried Krupp Saal)
Christoph WillibaldGluckParide ed Helena07.05.2026Akademie für Alte MusikMichael HofstetterAugsburg (Internationale Gluck-Opern-Festspiele)konzertant, 9.5. Bayreuth, 10.5. Fürth
FrancescoFilideiFinito ogni gesto, Esercizio di pazzia I08.05.2026ensemble XXI. jahrhundertPeter BurwikWien (Musikverein)
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 08.05.2026Francesco Corti, Regie: Kirill Serebrennikov Amsterdam (Stichting Nationale Opera & Ballet)Premiere
CharlotteSeithersaphir und haut Nr. 3 für Sopran und Inside Piano08.05.2026Lisa-Maria Lebitschnis (Sopran), Amelie Warner (Klavier) Augsburg (Staatliches Textilmuseum)
Peter I.TschaikowskySchwanensee08.05.2026Svetoslav Borisov, Choreographie: Stefano GiannettiDessauPremiere
AntonBruckner4. Symphonie 09.05.2026Tonhalle OrchesterPaavo JärviZürich (Tonhalle)
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte 09.05.2026Riccardo Bisatti, Regie: Suzanne Andrade, Barrie KoskyLillePremiere
Wolfgang AmadeusMozartIdomeneo 09.05.2026Julia Jones, Regie: Robert CarsenKopenhagen (Det Kongelige Teater)Premiere
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella09.05.2026Ottawa Bach ChoirLisette CantonOttawa (Knox Presbyterian Church)
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte 09.05.2026Johannes Klumpp, Regie: Nora KrahlGelsenkirchenPremiere
ErnstKrenekFlötenstück neunphasig, für Flöte und Klavier 10.05.2026œnm . œsterreichisches ensemble fuer neue musikRupert HuberSalzburg (Schloss Frohnburg)
BedrichSmetanaMein Vaterland 10.05.2026MDR-SinfonieorchesterAlena HronLeipzig (Gewandhaus)
Andreas N.TarkmannDas kalte Herz10.05.2026Kammerorchester MetzingenOliver BenschMetzingen (Stadthalle)
HectorBerliozLa damnation de Faust10.05.2026Orchester Opernhaus ZürichYves AbelZürichkonzertant
CamilleSaint-SaënsSamson et Dalila13.05.2026Alexander Soddy, Regie: Richard JonesLondon (Royal Opera House)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte15.05.2026Andreas Spering, Regie: Wolfgang BertholdBrandenburg
AntonBruckner5. Symphonie15.05.2026Rotterdams Philharmonisch OrkestJukka-Pekka SarasteRotterdam (de Doelen)
Georg FriedrichHändelDeidamia 15.05.2026George Petrou, Regie: George PetrouGöttingen (Internationale Händel-Festspiele, Deutsches Theater)Premiere
CharlotteSeitherMonad’s face für Sopran, Bassklarinette und Violoncello16.05.2026Sara Wiljaars (Sopran), N.N. (Bassklarinette), N.N. (Violoncello)Berlin (Hochschule für Musik Hanns Eisler)
BeatFurrerLa bianca notte17.05.2026Klangforum WienKatowice (Katowice Culture Nature Festival, NOSPR Concert Hall)
EmmanuelChabrierL’Etoile17.05.2026Nicolas Kruger, Regie: Matthew EberhardtEindhoven (Parktheater)Premiere
Winfried Zillig: Rosse /Ruggero Leoncavallo: Pagliacci17.05.2026Mark Rohde, Regie: Roman HovenbitzerWürzburg (Theaterfabrik Blaue Halle)Premiere
GeorgesBizetLe Docteur Miracle17.05.2026Anton Legkii, Regie: Claudia PlaßwichMannheimPremiere
CharlotteSeitherkoy für Bass-Stimme solo18.05.2026Martin Wistinghausen (Stimme) Cluj-Napoca (Academia Nationala de Muzica Gheorge Dirna)
JulesMassenetWerther20.05.2026Lorenzo Passerini, Regie: Willy DeckerNeapelPremiere
SalvatoreSciarrinoTre duetti con l´eco21.05.2026Ensemble AventureFreiburg (Elisabeth Schneider Stiftung)weitere Termine
Andreas N.TarkmannDie drei kleinen Schweinchen21.05.2026Staatsorchester DarmstadtDarmstadtauch 22./23.5.
HectorBerliozLélio ou Le retour à la vie22.05.2026Helsingborg Symphony OrchestraMaxime PascalHelsingborg (Konserthus)
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 22.05.2026Vinicius Kattah, Regie: Jiri HermanBratislava (Nationaltheater)Premiere
Jean-PhilippeRameauLes Boréades22.05.2026a nocte temporisReinoud Van MechelenDortmund (Orchesterzentrum)weitere Termine
ThomasAdèsLieux retrouvés22.05.2026RSO WienThomas AdèsWien (Musikverein)
HectorBerliozHarold en Italie22.05.2026Fort Worth Symphony OrchestraRobert SpanoFort Worth (Bass Performance Hall)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte22.05.2026Dietger Holm, Regie: Magdalena FuchsbergerHeidelbergPremiere
HectorBerliozGrande messe des morts22.05.2026Orchestre et chœur Opéra National de ParisPhilippe JordanParis (Philharmonie)
Wolfgang AmadeusMozartDie Entführung aus dem Serail 24.05.2026Zsolt Jankó, Regie: Miklós H. VecseiBudapestPremiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni 24.05.2026Benjamin Bayl, Regie: Agnès JaouiMontpellierPremiere
AntonBruckner4. Symphonie 24.05.2026Bamberger SymphonikerJakub HrusaBamberg (Kirche St. Michael)
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella24.05.2026La Maitrise de ToulouseMark OpstadGramat (Église Saint-Pierre)
Wolfgang AmadeusMozartMesse in c-Moll25.05.2026Vlaams Radiokoor, Orkest van de Achttiende eeuwBart van ReynBreda (Chasse Theater)weitere Termine
HectorBerliozLa damnation de Faust25.05.2026Prague Symphony OrchestraTomás NetopilPrag (Festival Prager Frühling, Obecní dum)
AntonBruckner4. Symphonie 28.05.2026Orchestra del Maggio Musicale FiorentinoPhilippe JordanFlorenz (Teatro del Maggio)
GeorgesBizetCarmen29.05.2026Keren Kagarlitsky, Regie: Wim VandekeybusAntwerpenPremiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni29.05.2026Elena Salvatierra, Regie: Marta EguiliorCadiz (Teatro Villamarta)Premiere
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella30.05.2026Vocal ensembles ardent and suppléments musicauxPatrick Secchiari, Moritz AchermannBern (Église francaise)auch 31.5.
AntonBruckner6. Symphonie31.05.2026Deutsches Symphonie-Orchester BerlinTomas HanusPrag (Gemeindehaus)
BedrichSmetanaMein Vaterland 31.05.2026Chor des Theater Lübeck, Philharmonisches Orchester Hansestadt LübeckStefan VladarLübeck (Musik- und Kongresshalle)
GeorgesBizetCarmen31.05.2026Leo McFall, Regie: Uwe Eric LaufenbergWiesbaden (Maifestspiele)Premiere
BohuslavMartinuZweimal Alexander02.06.2026Irene Delgado-Jiménez, Regie: Anna BernreitnerWien (Theater an der Wien)Premiere
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella02.06.2026BBC Singer, Maîtrise de Notre-DameSofi Jeannin, Henri ChaletParis (Notre Dame)
Wolfgang AmadeusMozartDie Entführung aus dem Serail 03.06.2026Laurence Equilbey, Regie: Florent SiaudParis (Théâtre des Champs-Elysées)Premiere
Andreas N.TarkmannDer Mistkäfer05.06.2026Johannes Merz (Erzähler), Kammerphilharmonie LübeckEmanuel DantscherLübeck (Kolosseum)
Georg FriedrichHändelRinaldo05.06.2026Michael Hofstetter, Regie: Walter SutcliffeHalle (Händel-Festspiele, Oper)Premiere
Jirí Antonín (Georg Anton)BendaMedea 06.06.2026Doerthe Maria Sandmann (Sprecherin), Barockorchester der Thüringen Philharmonie GothaAlexej BarchevitchEisenach (Landestheater)
Wolfgang AmadeusMozartMesse in c-Moll09.06.2026Chœur de l’Opéra de Tours, Orchestre symphonique Région Centre-Val de Loire/ToursDavid JacksonTours (Grand Théatre)
Wolfgang AmadeusMozartLa clemenza di Tito09.06.2026Les Talens LyriquesChristophe RoussetHampshire (The Grange Festival) konzertant, auch 12.6. Würzburg
Georg FriedrichHändelAgrippina 10.06.2026Laurence Cummings, Regie: Walter SutcliffeHalle (Händel-Festspiele, Oper)
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni 12.06.2026Orquestra de ValenciaFrancesco Corti, Regie: Benoît De LeersnyderValenciaPremiere
Wolfgang AmadeusMozartLa clemenza di Tito 12.06.2026Les Talens LyriquesChristophe RoussetWürzburg (Kaisersaal)
Georg FriedrichHändelAci, Galatea e Polifemo12.06.2026Kammerorchester BaselRené JacobsHalle (Marktkirche) weitere Termine
Georg FriedrichHändelAgrippina 12.06.2026David Bates, Regie: Robert CarsenRouenPremiere
AndersHillborgSound Atlas12.06.2026NDR Elbphilharmonie OrchesterRyan BancroftLübeck (Musik- und Kongresshalle)weitere Termine
Georg FriedrichHändelAlcina12.06.2026Claudio Novati, Regie: Felix SchrödingerDetmold Premiere
CharlotteSeitherTell it or shout für Flöte und Harfe12.06.2026Elizaveta Birjukova, Flöte, Christina Engelke (Harfe)Jena (Künstlerische Abendschule)
BohuslavMartinuFeldmesse13.06.2026Münchner PhilharmonikerJakub HrusaMünchen (Isarphilharmonie)
Georg FriedrichHändelIl trionfo del Tempo e del Disinganno13.06.2026Simone De Felice, Regie: Katharina KasteningFrankfurt (Bockenheimer Depot)Premiere
JindrichFeldKonzert für Flöte und Orchester15.06.2026Daniela Koch (Flöte), Bamberger SymphonikerJakub HrusaBamberg (Konzerthalle)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte17.06.2026Leo Mc Fall, Regie: Marie-Ève SigneyroleWiesbadenPremiere
AntonBruckner7. Symphonie 18.06.2026KonzerthausorchesterIvan FischerBerlin (Konzerthaus)
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte 18.06.2026Janis Liepins, Regie: Cordula Däuper MannheimPremiere
Pietro Mascagni /Ruggero LeoncavalloCavalleria Rusticana/Pagliacci19.06.2026Gábor Hontvári, Regie: Benjamin PrinsSondershausen (Schloss)Premiere
BeatFurrerLitanei für Sopran, Bassklarinette und Streichquartett (UA)/canti della tenebra. Fünf Lieder für Mezzosopran und Klavier19.06.2026Cantando AdmontDundalk (St Nicholas’ Church of Ireland)
AntonínDvorákRusalka19.06.2026Royal Liverpool Philharmonic OrchestraDomingo HindoyanLiverpool (Philharmonic Hall)konzertant
BeatFurrerin mia vita da vuolp für Bariton-Saxophon und Sopran/Lotófagos für Sopran und Kontrabass/Prophezeiungen für Alt, Kontrabassklarinette und Akkordeon 20.06.2026Cantando AdmontDundalk (St Vincent’s Chapel)
Georg FriedrichHändelSusanna21.06.2026Collegium 1704 Václav LuksLitomysl (Schlosshof)
Wolfgang AmadeusMozartIdomeneo 21.06.2026Chelsea Opera GroupPaul WingfieldLondon (Cadogan Hall)konzertant
ThomasAdèsKlavierkonzert24.06.2026Kirill Gerstein (Klavier), Tonhalle OrchesterThomas AdèsZürich (Tonhalle)
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella26.06.2026Rias KammerchorPeter DijkstraBerlin (Philharmonie)
Peter I.TschaikowskyEugen Onegin26.06.2026Lidiya Yankovskaya, Regie: Max Webster Hampshire (The Grange Festival) Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDie Entführung aus dem Serail 27.06.2026Thomas Guggeis, Regie: Andrea MosesBerlin (Staatsoper Unter den Linden)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte 02.07.2026Leonardo Garcia Alarcon, Regie: Clément CogitoreAix-en-Provence (Festival)Premiere
Georg FriedrichHändelAriodante04.07.2026Les Talens LyriquesChristophe RoussetBeaune (Festival Baroque, Hotel-Dieu)
Wolfgang AmadeusMozartIdomeneo 04.07.2026Felix Pätzold, Regie: Immo KaramanKielPremiere
GeorgeBenjaminThree Consorts 05.07.2026Deutsches Symphonie-Orchester BerlinKent NaganoKlütz (Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Schloss Bothmer)weitere Termine
JosephHaydnDie Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz05.07.2026Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-PfalzMichael FrancisSpeyer (Gedächtniskirche)
GiselherKlebeMignon07.07.2026Detmolder KammerorchesterStanley DoddsDetmold (Hochschule für Musik)
HectorBerliozHarold en Italie16.07.2026Schleswig-Holstein Festival OrchestraAndrew ManzeElmshorn (Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival)weitere Termine
PhilippMaintzjag die hunde zurück!20.07.2026Accademia Musicale ChigianaLorenzo DonatiSiena (Chiesa della Ss. Annunziata)
Antonín DvorákRusalka23.07.2026Petr Popelka, Regie: Martin Kusej München (Münchner Opernfestspiele)
Georges BizetCarmen, Fassung 187425.07.2026Fabio Luisi, Regie: Denis KriefMartina Franca (Festival della Valle d’Itria)Szenische Erstaufführung
JulesMassenetWerther29.07.2026Orchestre Symphonique de la MonnaieAlain AltinogluSalzburg (Salzburger Festspiele)
DieterAmmannViola Concerto „No templates“31.07.2026Studierende der OrchesterakademieLü JiaLugano (Palazzo dei Congressi)
Wolfgang AmadeusMozartDie Entführung aus dem Serail31.07.2026Evan Rogister, Regie: David McVicarGlyndebourne (Opera Festival)Premiere
L'ubicaCekovskaMaison de la musique en sept périodes01.08.2026Japan Century Symphony OrchestraAndreas OttensamerOsaka
JosephHaydnDie Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz06.08.2026Le Concert d’AstréeEmmanuelle HaimSalzburg (Salzburger Festspiele)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte06.08.2026Joana Mallwitz, Regie: Christof LoySalzburg (Salzburger Festspiele)Premiere
Andreas N.TarkmannKönig Karotte09.08.2026Mattias Straub (Erzähler), Orchester der Sommeroperette HeldrittManuel Grund Bad Rodach (Waldbühne Heldritt)
HectorBerliozGrande messe des morts15.08.2026London Symphony Chorus and OrchestraAntonio PappanoLondon (Proms, Royal Albert Hall)
JosephHaydnOrlando Paladino28.08.2026Orfeo OrchestraGyörgy VashegyiFertöd (Haydneum Concerts at Esterházy Palace)
JulesMassenetWerther11.09.2026Marie Jacquot, Regie: Tatjana GürbacaKopenhagenPremiere
Andreas N.TarkmannDie verlorene Melodie 12.09.2026Staatskapelle WeimarWeimar (Theaterfest)
AntonBruckner8. Symphonie in c-Moll17.09.2026GewandhausorchesterHerbert BlomstedtLeipzig (Gewandhaus)
AmbroiseThomasHamlet18.09.2026Michael Schönwandt, Regie: Krzysztof WarlikowskiParis (Opéra National)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartMitridate, re di Ponto 24.09.2026Riccardo Frizza, Regie: Claus GuthNeapelPremiere
FromentalHalévyLa Juive03.10.2026Felix Bender, Regie: Marco StormanUlmPremiere
Georg FriedrichHändelAlcina09.10.2026Orchestra del Teatro di San CarloIván López-ReynosoNeapel (Teatro di San Carlo)konzertant
CharlesGounodFaust20.10.2026Daniele Rustioni, Regie: Johannes ErathMailand (Teatro alla Scala)Premiere
Georg FriedrichHändelSemele 23.10.2026Orchestra e Coro del Teatro Comunale di Bologna Rinaldo AlessandriniBologna (Teatro Comunale)konzertant
DieterAmmannglut06.11.2026hr-SinfonieorchesterMichael WendebergFrankfurt (hr-Sendesaal)
BeatFurrerNeues Werk für Orchester07.11.2026Kammerorchester BaselPierre BleuseBasel (Stadtcasino)Uraufführung
CamilleSaint-SaënsSamson et Dalila13.11.2026Orchestra e Coro del Teatro Comunale di Bologna Roberto AbbadoBologna (Teatro Comunale)konzertant
Andreas N.TarkmannNils Holgersson06.12.2026Erik Brünner (Sprecher), Jugendsinfonieorchester Heinrich-Schütz-Konservatorium, Dresdner PhilharmonieMilko KerstenDresden (Kulturpalast)auch 7.12.
HectorBerliozLa damnation de Faust17.12.2026Bertrand de Billy, Regie: Lydia SteierWien (Staatsoper)Premiere
JulesMassenetThaïs18.12.2026Pierre Dumoussaud, Regie: Olivier Lepelletier-LeedsLiègePremiere

Werke















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    In Vorbereitung

    Willst wohl einmal hinübersehn?
    for ensemble [Interludium zu Franz Schuberts „Winterreise“] (2005). BA 7773, auf Anfrage
    Besetzung: 1 (auch Picc, auch BFl), 1, 1 (auch BKlar), 1 – 1, 0 0, 0 – Schlg (1) – Str (1, 1, 1, 1) / 5 Minuten
    Uraufführung am 27. Mai 2005 in Berlin, Abschlusskonzert „Kulturjahr der Zehn”: Sinfonietta Leipzig, Leitung Johannes Harneit




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    Auf Anfrage / In Vorbereitung

    Psát tvoje oci / Write Your Eyes
    (Deine Augen schreiben). Five songs for soprano and chamber orchestra on texts by Petr Borkovec (2002)
    Besetzung: 2,2,2,2 – 2,2,0,0 – Schlg (3) – Str (6,5,4,3,2) / 11 Minuten








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    Auf Anfrage / In Vorbereitung

    docudrama01 – Orph & Eury
    for wind trio (2014), 4 Minuten, in Vorbereitung
    Uraufführung am 23. Januar 2015 Berlin, Ultraschall: ensemble recherche

    Fictitious Hum
    für Oboe, Klarinette, Klavier und Streichquartett (2007). 12 Minuten. BA 9375, in Vorbereitung
    Uraufführung am 15. Juni 2007 in Essen, YOUrope together: Prague Modern

    Hejna
    for clarinet, percussion (1 player), harp, piano and accordion (2010). ca. 17 Minuten. BA 9394, in Vorbereitung
    Uraufführung am 20. Oktober 2010 in München, Klangspuren plus – Porträtkonzert der Münchener Biennale: Stefan Schneider (Klarinette), Konstantin Ischenko (Akkordeon), Feodora Gabler (Harfe), Simon Klavzar (Schlagzeug), Jean-Pierre Collot (Klavier), Tobias Peschanel (Dirigent)

    here with you
    für Violine und Violoncello (2016), in Vorbereitung
    Uraufführung am 10. Juni 2016, Freiburg: Ensemble Recherche

    Maria’s Choice
    (final version) for flute, clarinet, 2 saxophones and percussion (2006). BA 9335, in Vorbereitung
    Uraufführung am 3. Februar 2007 in Paris: Ensemble Hic et Nunc

    Surprises in the Dark
    for flute, clarinet, violin, alto, violoncello and piano (2002). 11 ½ Minuten. BA 9312, Partitur und Stimmen in Vorbereitung
    Uraufführung am 14. November 2002 in Paris: Centre tchéque, Ensemble MoEns

    track 01
    for violin and piano (2014), 3 Minuten, in Vorbereitung
    Uraufführung 14. März 2014, Monte-Carlo, Printemps des Arts de Monte-Carlo: Lorenzo Gatto (Violine), Nathanaël Gouin (Klavier)

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    Auf Anfrage / In Vorbereitung

    Coronae
    for solo horn. BA 9385, in Vorbereitung
    Uraufführung am 16. März 2010 in Frankfurt (Alte Oper): Saar Berger (Horn)

    origami
    for accordion solo (2015), in Vorbereitung
    Uraufführung 25. April 2015 Witten, Tage für Neue Kammermusik: Teodoro Anzellotti (Akkordeon)

  • A Prima Mad
    for alto saxophone or flute (2002). 7 Minuten

    Joy and Sorrow of 1862
    for chamber orchestra (2002)
    Besetzung: 2,2,2,1 – 1,2,1,1 – Schlg (2) – Str (4,4,3,2) / 5 ½ Minuten

    Kráter Brahms / Brahms Crater
    for six violoncellos or six violins (2002). 10 ½ Minuten

    Collapsing
    for bass flute solo, soprano saxophone solo and two alto flutes, two flutes in C and piccolo flute (2001). 3 ½ Minuten

    Sonnet 64
    (… lofty towers I see down-razed) for high soprano and bass drum on text by William Shakespeare (2001). 5 ½ Minuten

    Ranní hajahu / The Morning Hajahu
    for nine percussion instruments (1 performer) (1999). 7 Minuten

Interview

Absolute Offenheit

Uli Aumüller im Gespräch mit Miroslav Srnka

Der berühmte Wettlauf um die Erreichung des Südpols ist Thema und Folie der Oper „South Pole“. Viel mehr steckt darin als allein die Konkurrenz zweier Männer auf der Suche nach Ruhm: Vor rund 100 Jahren – am Vorabend des Ersten Weltkrieges – machten sich zwei Expeditionen gleichzeitig auf den Weg, um als erste den Südpol zu erreichen. Ein Team, das des Norwegers Roald Amundsen, gewann das Wettrennen und kehrte wohlbehalten zurück, das andere erreichte ein paar Wochen später das Ziel inmitten einer menschenleeren Eiswüste, erfror aber auf dem Rückweg. Das Ereignis war damals Thema in den Schlagzeilen sämtlicher Tageszeitungen: Das kleine Norwegen konnte einen überraschenden Triumph „für König und Vaterland“ feiern, aber der heroische Tod der Briten verhalf den Männern von der Insel zu einem moralischen Sieg.

Was prädestiniert diesen Stoff, ihn in Form einer Oper in Szene zu setzen? Und welche Rolle spielt die Musik dabei, der Gesang? Die Geschichte von South Pole erzählt nicht nur von einer sensationellen körperlichen Leistung, einem bewundernswerten Akt von Willen und Logistik. Das jedoch wäre für eine Oper zu wenig. Aber als Amundsen und Scott einen der letzten noch unberührten Flecken dieser Erde eroberten, trugen sie sich in die Bücher der Mythologie des 20. Jahrhunderts ein – und gerade Scotts Scheitern zeigte, dass sie dabei auch eine Grenze überschritten. Die Überschreitung dieser Grenze birgt Dimensionen, die auch seit über hundert Jahren nicht an Aktualität verloren haben.

Die beiden Abenteurer und Pioniere Amundsen und Scott stilisierten sich selbst als Helden und wählten die Antarktis als ihre große Bühne. Mit ihren Persönlichkeiten, ihren Brüchen und Abgründen, wurden sie zu einem Mythos des 20. und 21. Jahrhundert, zu Symbolfiguren der Hybris der Moderne. Die Musik Miroslav Srnkas greift die Ereignisse in den Jahren 1911 bis 1912 auf, begibt sich in die Atmosphäre des lebensfeindlichen Eises, der Einsamkeit, von Bewegung und Stillstand der Expeditionen, dem Orientierungsverlust bei Stürmen, der (Schnee-)Blindheit bei Sonnenschein, dem Auf und Ab von Hoffnung und Verzweiflung. Eine Oper für ein Publikum der Moderne, das sich für seine Gegenwart interessiert – ihren Mythos, ihren Fluch und ihre Möglichkeiten.

Wie entstand die Idee zu South Pole?
Auf Wandertouren und in der Natur traten die Fragen auf: Wie ist das, wenn man noch viel weiter weg ist und überhaupt nichts dabeihat, was man in der Zivilisation sonst braucht? Das war der Anfang. Später bin ich auf die Story von Scott und Amundsen gestoßen, die so ungemein spannend in ihrer Zeitlichkeit und in ihrem Drama ist. In einer zweiten Frage geht es um die Oper an sich, die als Form etwas absolut Stilisiertes und Unrealistisches in sich trägt. Ich habe nach einer Realität gesucht, die in sich schon absolut unrealistisch aussieht. Das ist die Antarktis. Wie es dort ist, hat nichts zu tun mit der Welt hier, sie scheint so absolut stilisiert zu sein wie die Opernwelt. Aber das ist nur die Ecke der Realität – und diese hat mich dann fasziniert.

Also ist es gerade die Wirklichkeitsferne der Antarktis, die sie der Wirklichkeitsferne der Oper ähnlich macht?
In einem gewissen Sinne stimmt das so. In dieser Welt dort ist etwas absolut Offenes und „Unbegrenztes“. In der Antarktis gibt es einfach keine Zivilisation. Es gibt nur die Helden, die Figuren, nur die Charaktere in einer unendlichen Welt, die keine Zivilisationsmerkmale trägt. Das gibt dem Stück eine riesige Freiheit. Die Tatsache, dass es dort keine Zivilisation gibt, setzt den Fokus auf die Menschen – in einer extremen Situation. Auch in der Oper sind die Figuren meist in einer extremen Situation und müssen mit sich selbst kämpfen.

Wie klingt South Pole?
Ich habe viel recherchiert. Die Menschen stellen sich die Antarktis still vor, aber sie ist alles andere als das. Die Winde und die Natur und alles, was es da gibt, ist sehr laut. Alles, was auf die Sinne wirkt, ist extremer als das, was wir hier in der Zivilisation je erleben. In unserer Story spielt die Antarktis selbst eine Rolle: als eine Art ständig anwesender „Deus ex machina“, da die Antarktis mit den beiden Expeditionsteams ein Spiel gespielt hat. Die Verhältnisse der Teams waren völlig unterschiedlich. Es scheint fast, als ob jemand bestimmt hätte, welches gewinnen soll. Zum Beispiel dieses Glück, das Amundsen mit dem Wetter hatte, und dieses wahnsinnige Unglück von Scott macht die Antarktis zu einer Art handelnden Entität. Sie ist in der Oper nie personifiziert. Aber wir haben sie im Hinterkopf präsent.

Wovon handelt die Oper?
Die Oper handelt von dem Wettrennen zwischen Scott und Amundsen. Der Untertitel „Eine Doppeloper in zwei Teilen“ erklärt, wie die Musik gemacht ist. Es sind zwei musikalische Schichten, die immer parallel laufen und asymmetrisch in ihren Tempi sind, weil wir die beiden Teams mit wenigen Ausnahmen immer parallel auf der Bühne haben. In der Realität sind sie aber getrennt. Denn sie sind sich ja in der Antarktis nie begegnet. Jeder ist einen anderen Weg gegangen, und der einzige Verbindungspunkt war der Südpol, zu dem sie aus unterschiedlichen Richtungen gekommen sind. Die ganze Oper erzählt zweimal die gleiche Story, eine Geschichte, die sich in Kleinigkeiten verändert, was am Ende zu fatalen Konsequenzen führt. Die Oper vollzieht sich in einer Art Simultaneität, handelt aber auch – und das ist für mich ein zentrales Thema – von Kommunikation. Wir leben heute in einer Welt, in der Kommunikation ständig vorhanden ist. Hier jedoch haben wir zwei Teams, die jahrelang nicht wissen, wie es dem anderen geht. Das Spannende ist, was dann in ihren Köpfen arbeitet. Tom Holloway hat ein faszinierendes Libretto für mich geschrieben, in dem er sich auf die psychologische Entwicklung der beiden Hauptdarsteller und auch der Männer in den Teams konzentriert. Er hat auch in ihrem privaten Leben Interessantes gefunden, was begründen mag, weshalb sie die Expedition unternommen haben. Diese kann man als eine Art Selbstmordveranstaltung auffassen – für die Hälfte der Männer wurde dies ja dann auch Realität.

Und die Musik?
Ich habe eine Struktur gesucht, die in sich absolut fließend sein soll. Was in der Antarktis stattfindet und was die Männer auch in ihren Tagebüchern beschrieben haben, ist ein „Fehlen“. Es fehlt einfach an klaren visuellen Gegenständen. Das einzige, was sie die ganze Zeit sehr gut strukturiert sehen können, ist ein Horizont, und auch der ist sehr oft verschwunden. Wenn es zum Beispiel schneit, dann beschreiben die Männer in ihren Tagebüchern, dass sie einfach überhaupt nicht mehr entscheiden können, wo Boden, Himmel, unten, oben ist. Die Kategorien, mit denen wir unsere Umgebung normalerweise beschreiben, sind verschwunden, und ich habe deswegen nach einer Musik gesucht, die sich frei bewegt.

Ist das für dich sozusagen Science-Fiction aus der Vergangenheit?
Ja, ich liebe Science-Fiction, weil sie sich mit Kategorien beschäftigt, die in sich eine große Freiheit haben. Sie beschreiben nicht unsere Welt, sondern eine größere Welt, mit mehr Möglichkeiten.

Ein ganz wichtiges Thema in der Oper ist dieser Weg zu einem vermeintlichen Ziel. Als die Männer ankommen, stellen sie fest, dass das, wonach sie Jahre oder vielleicht das ganze Leben gestrebt haben, eigentlich leer ist, und dass sie das alles aus ganz anderen Gründen getan haben, weil jeder einen Weg für sich selbst suchte.

Der ganze gesamte gesellschaftliche und politische Diskurs beschäftigt sich mit den Fragen: Worauf haben wir ein Recht? Was kann man sich mit Geld kaufen, was kann man sich mit politischer Kraft einfach nehmen? Es geht um die Macht, etwas für sich zu reservieren. In dieser Motivation, den Südpol zu „gewinnen“, geht es nicht nur um eine mentale Gier, einfach nur darum, physisch als der Erste dazusein, sondern auch darum, Ruhm zu erlangen und einen Teil der Gesellschaft für sich zu gewinnen. Und das hielten die Männer zunächst für ihre wahre Motivation. Erst am Südpol, als sie an einem abstrakten Punkt in einer leeren weißen Wüste stehen, hinterfragen sie diesen vermeintlichen Wert.

(aus [t]akte 2/2015)

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