Porträtaufnahme von Miroslav Srnka

Miroslav Srnka

Biographie

Der internationale Durchbruch gelang Miroslav Srnka 2016 mit der Uraufführung seiner Oper „South Pole“ an der Bayerischen Staatsoper München unter Kirill Petrenko in einer Inszenierung von Hans Neuenfels mit Rolando Villazón und Thomas Hampson in den Titelrollen.

Doch bereits zuvor hatte Srnka mehrere bedeutende Aufträge und Auszeichnungen erhalten, darunter 2009 den Komponistenpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. Seine Werke wurden von namhaften Interpreten aufgeführt, darunter dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Los Angeles Philharmonic, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Radio-Symphonieorchester Wien, der Tschechischen Philharmonie, dem Beethoven Orchester Bonn, dem Ensemble Intercontemporain, dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien und dem Münchner Kammerorchester, unter Dirigenten wie als Peter Eötvös, Jakub Hrůša, Susanna Mälkki und Cornelius Meister bei Festivals wie Lucerne Festival, Ultraschall Berlin, Wien Modern, Présences Paris, Prager Frühling, Musica Straßburg, Milano Musica, Printemps des Arts de Monte-Carlo, Ostrava New Music Days und Contempuls.

Seine Kurzoper „Wall“ nach einem Werk von Jonathan Safran Foer wurde 2005 an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin uraufgeführt, 2006/2007 war er „Komponist für Heidelberg“ am Theater Heidelberg. 2011 wurde seine Kammeroper „Make No Noise“ an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt und „Jakub Flügelbunt“, ein „Comic für drei Sänger und Orchester“, wurde an der Semperoper Dresden uraufgeführt. Im Jahr 2017 präsentierte das Festival Dialoge in Salzburg mit zahlreichen Veranstaltungen und Uraufführungen ein umfassendes Porträt des Komponisten. Für seine 100. Saison 2018/2019 beauftragte das Los Angeles Philharmonic Srnka mit der Komposition des Stücks „Overheating“. Im Jahr 2015 präsentierte die Konzertreihe musica viva in München „move 01 & 02“. Im Rahmen derselben Reihe im Jahr 2019 wurde „Speed of Truth“ mit Jörg Widmann, Klarinette, und dem Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Susanna Mälkki uraufgeführt. Das Auftragswerk „Milky Way“, geschrieben für die ECHO (European Concert Hall Organisation) Rising Stars Tour und den Trompeter Simon Höfele, wurde im Concertgebouw in Amsterdam uraufgeführt, mit weiteren Aufführungen in der Elbphilharmonie in Hamburg, der Kölner Philharmonie, der Philharmonie Luxembourg, dem MüPa Budapest, The Sage Gateshead, St Lukes in London, dem Gulbenkian in Lissabon, Baden-Baden und Birmingham.

2021 brachte die Bayerische Staatsoper München gemeinsam mit dem Klangforum Wien unter Patrick Hahn seine neue Kammeroper „Singularity – A Space Opera for Young Voices“ zur Uraufführung.
In der Saison 2023/24 wurden weitere neue Werke von Srnka aufgeführt: Das WDR-Symphonieorchester brachte ein neues Stück für zwei Hörner „Is This Us?“ zur Uraufführung. Das vom Gürzenich-Orchester Köln unter Francois-Xavier Roth uraufgeführte Cembalokonzert „Standstill“ für Mahan Esfahani wurde vom Radio-Symphonieorchester Prag erstmals in der Tschechischen Republik aufgeführt.

Sein neues Orchesterwerk „Superorganisms“, ein Auftragswerk der Berliner Philharmoniker und ihres Chefdirigenten Kirill Petrenko, wurde 2023 vom NHK Symphony Orchestra Tokyo uraufgeführt. Weitere Aufführungen folgten und folgen mit dem Orchestre de Paris, der Tschechischen Philharmonie, den Berliner Philharmonikern und dem Los Angeles Philharmonic.
Am 14. Juni 2025 wurde seine neue Oper „Voice Killer“ (Oper nach einer wahren Geschichte, Libretto von Tom Holloway) am MusikTheater an der Wien uraufgeführt.
2026 wurde er von der tschechischen Verwertungsgesellschaft OSA als erfolgreichster tschechischer Komponist klassischer Musik im Ausland ausgezeichnet.

Srnka arbeitet seit vielen Jahren mit dem Ensemble Quatuor Diotima zusammen, das seine Quartette europaweit aufführt und eine Porträt-CD mit Kammermusik beim Label Naive herausgibt.
Srnka, geboren 1975 in Prag, studierte Musikwissenschaft an der Karls-Universität und Komposition an der Prager Akademie der Musischen Künste. Er ist Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und gefragter Juror bei Wettbewerben wie dem renommierten Mahler-Wettbewerb in Bamberg oder dem Mauricio Kagel-Kompositionswettbewerb. Er ist außerdem Mitglied des künstlerischen Beirats des Prager Frühlings, wo er Prague Offspring gründete und mitkuratierte, ein Festival, das sich auf neue Musik konzentriert.

Aufführungen

Komponist VornameKomponist NachnameTitelDatumOrchesterDirigentOrtInfo
ThomasAdèsKlavierkonzert24.06.2026Kirill Gerstein (Klavier), Tonhalle OrchesterThomas AdèsZürich (Tonhalle)
Wolfgang AmadeusMozartIdomeneo 26.06.2026Chelsea Opera GroupPaul WingfieldLondon (Cadogan Hall)konzertant
FrankMartin Messe für zwei vierstimmige Chöre a cappella26.06.2026Rias KammerchorPeter DijkstraBerlin (Philharmonie)
Peter I.TschaikowskyEugen Onegin26.06.2026Lidiya Yankovskaya, Regie: Max Webster Hampshire (The Grange Festival) Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDie Entführung aus dem Serail 27.06.2026Thomas Guggeis, Regie: Andrea MosesBerlin (Staatsoper Unter den Linden)Premiere
HectorBerliozMesse solennelle02.07.2026Orchestre National de FranceDinis SousaParis (Maison de la Radio)
Wolfgang AmadeusMozartDie Zauberflöte 02.07.2026Leonardo Garcia Alarcon, Regie: Clément CogitoreAix-en-Provence (Festival)Premiere
AntonBruckner8. Symphonie 04.07.2026Bruckner Orchester LinzPhilippe JordanSt. Florian (Basilika)
Georg FriedrichHändelAriodante04.07.2026Les Talens LyriquesChristophe RoussetBeaune (Festival Baroque, Hotel-Dieu)
Wolfgang AmadeusMozartIdomeneo 04.07.2026Felix Pätzold, Regie: Immo KaramanKielPremiere
GeorgeBenjaminThree Consorts 05.07.2026Deutsches Symphonie-Orchester BerlinKent NaganoKlütz (Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Schloss Bothmer)weitere Termine
JosephHaydnDie Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz05.07.2026Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-PfalzMichael FrancisSpeyer (Gedächtniskirche)
GiselherKlebeMignon07.07.2026Detmolder KammerorchesterStanley DoddsDetmold (Hochschule für Musik)
CamilleSaint-SaënsSamson et Dalila09.07.2026Slovenian PhilharmonicCharles DutoitCankarjev (Gallus Hall)
AntonBruckner7. Symphonie 12.07.2026Staatsorchester StuttgartLothar ZagrosekStuttgart (Liederhalle)
PhilippMaintzchoralvorspiel XXXVII (so nimm denn meine hände) für orgel solo15.07.2026Martin Kückes (Orgel)Templin (Maria-Magdalenen-Kirche)
HectorBerliozHarold en Italie16.07.2026Schleswig-Holstein Festival OrchestraAndrew ManzeElmshorn (Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival)weitere Termine
Wolfgang AmadeusMozartLa clemenza di Tito19.07.2026Adrian Kelly, Regie: Corina WürschBuxton (International Festival, Opera House)Premiere
PhilippMaintzjag die hunde zurück!20.07.2026Accademia Musicale ChigianaLorenzo DonatiSiena (Chiesa della Ss. Annunziata)
Antonín DvorákRusalka23.07.2026Petr Popelka, Regie: Martin Kusej München (Münchner Opernfestspiele)
Georges BizetCarmen, Fassung 187425.07.2026Fabio Luisi, Regie: Denis KriefMartina Franca (Festival della Valle d’Itria)Szenische Erstaufführung
PhilippMaintzchoralvorspiel XXXVII (so nimm denn meine hände) für orgel solo25.07.2026Martin Kückes (Orgel)Berlin-Spandau (Orgelsommer, St. Nikolai)
VáclavTrojanMärchen26.07.2026Heilbronner Sinfonie Orchester Alois SeidlmeierHeilbronn (Deutschhof)
GeorgesBizetCarmen26.07.2026Teodor Currentzis, Regie: Gabriela Carrizo (Peeping Tom)Salzburg (Salzburger Festspiele)Premiere
JulesMassenetWerther29.07.2026Orchestre Symphonique de la MonnaieAlain AltinogluSalzburg (Salzburger Festspiele)
DieterAmmannViola Concerto „No templates“31.07.2026Studierende der OrchesterakademieLü JiaLugano (Palazzo dei Congressi)
Wolfgang AmadeusMozartDie Entführung aus dem Serail31.07.2026Evan Rogister, Regie: David McVicarGlyndebourne (Opera Festival)Premiere
L'ubicaCekovskaMaison de la musique en sept périodes01.08.2026Japan Century Symphony OrchestraAndreas OttensamerOsaka
Wolfgang AmadeusMozartLucio Silla 02.08.2026Mozarteum OrchesterAdam FischerSalzburg (Salzburger Festspiele)
Christoph WillibaldGluckLe Cinesi06.08.2026Collegium 1704Václav LuksCesky Krumlov
JosephHaydnDie Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz06.08.2026Le Concert d’AstréeEmmanuelle HaimSalzburg (Salzburger Festspiele)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte06.08.2026Joana Mallwitz, Regie: Christof LoySalzburg (Salzburger Festspiele)Premiere
PhilippMaintzchoralvorspiel XXXII (wer nur den lieben gott läßt walten) für orgel solo06.08.2026Angela Metzger (Orgel)München (St. Markus)
Andreas N.TarkmannWesendonck-Lieder 06.08.2026Catherine Foster (Sopran), Mitglieder des Orchesters der Bayreuther FestspieleBayreuth (Festspiele)auch 11.8.
Andreas N.TarkmannKönig Karotte09.08.2026Mattias Straub (Erzähler), Orchester der Sommeroperette HeldrittManuel Grund Bad Rodach (Waldbühne Heldritt)
AntonioSalieriCublai, gran Kan de’ Tartari10.08.2026Orchestra Haydn di Bolzano e TrentoStefano FerrarioLa Villa (Badia)weitere Termine
HectorBerliozGrande messe des morts15.08.2026London Symphony Chorus and OrchestraAntonio PappanoLondon (Proms, Royal Albert Hall)
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni16.08.2026Scottish Chamber Chorus and OrchestraMaxim EmelyanychevEdinburgh (International Festival)konzertant
HectorBerliozGrande messe des morts19.08.2026Orquesta Sinfónica de BilbaoErick NielsenSan Sebastian (Musikfestivals Quincena, Auditorio Kursaal)
Wolfgang AmadeusMozartLa finta giardiniera20.08.2026Massimiliano Caldi, Regie: Maria SartovaDanzigPremiere
Bernd AloisZimmermannMusique pour les soupers du Roi Ubu20.08.2026Orchestre des Jardins MusicauxValentin ReymondCernier
BeatFurrerCanti della tenebra, In mia vita da vuolp, Presto für Flöte und Klavier, Melodie für Flöte solo, Studie für Klavier 26.08.2026Elina Viluma-Helling (Sopran), Cornelia Sonnleithner (Alt), Maria Iazia (Klavier) Iva Kovac (Flöte), Gerald Preinfalk (Saxophon)St. Gallen (Burg Gallenstein)
JosephHaydnOrlando Paladino28.08.2026Orfeo OrchestraGyörgy VashegyiFertöd (Haydneum Concerts at Esterházy Palace)
GustavHolstThe Planets03.09.2026Robert Schumann PhilharmonieBenjamin ReinersChemnitz
AntonBruckner4. Sinfonie08.09.2026Staatskapelle BerlinChristian ThielemannBerlin (Philharmonie)
JulesMassenetWerther11.09.2026Marie Jacquot, Regie: Tatjana GürbacaKopenhagenPremiere
Andreas N.TarkmannDie verlorene Melodie 12.09.2026Staatskapelle WeimarWeimar (Theaterfest)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte12.09.2026Sebastiano Rolli, Regie: Martina GredlerMagdeburg Premiere
RégisCampoLumen13.09.2026Stuttgarter PhilharmonikerRémy BallotBesancon (Festival de Musique)
ArnoldBaxOctet14.09.2026Ensemble KontrapunkteGottfried RablWien (Musikverein)
DieterAmmannBoost16.09.2026Tonhalle-OrchesterPaavo JärviZürich (Tonhalle)
AntonBruckner3. Symphonie 17.09.2026Essener PhilharmonikerBertrand de BillyEssen (Alfried Krupp Saal)
AntonBruckner8. Symphonie in c-Moll17.09.2026GewandhausorchesterHerbert BlomstedtLeipzig (Gewandhaus)
AmbroiseThomasHamlet18.09.2026Michael Schönwandt, Regie: Krzysztof WarlikowskiParis (Opéra National)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 19.09.2026Andreas Wolf, Regie: Walter SutcliffeHallePremiere
DieterAmmannViolation20.09.2026Tonhalle-OrchesterJulia KurzydlakZürich (Tonhalle)
PhilippMaintzchoralvorspiel XXXIII (in te domine speravi) für orgel solo20.09.2026Roman Summereder (Orgel)Hannover (Nazarethkirche)Uraufführung
PhilippMaintzchoralvorspiel VIII (aus tiefer not schrei ich zu dir), choralvorspiel XL (te deum laudamus), choralvorspiel XLVI (morgenglanz der ewigkeit), choralvorspiel LI (kyrie XI, orbis factor) 23.09.2026Hansjörg Albrecht (Orgel)Berlin (Kathedrale St. Hedwig)Uraufführung (choralvorspiel VIII)
Wolfgang AmadeusMozartMitridate, re di Ponto 24.09.2026Riccardo Frizza, Regie: Claus GuthNeapelPremiere
MatthiasPintscherNUR25.09.2026Inon Barnatan (Klavier), Utah SymphonyMatthias PintscherSalt Lake City (Abravanel Hall)
JulesMassenetWerther25.09.2026Jakub Przybicien, Regie: Matthias KitterNordhausenPremiere
HectorBerliozLa damnation de Faust26.09.2026Johannes Braun, Regie: Lorenzo FioroniGrazPremiere
AndersHillborgCello Concerto26.09.2026Ariel Barnes (Cello), Nürnberger SymphonikerJonathan DarlingtonNürnberg (Meistersingerhalle)
ArnoldBaxTintagel28.09.2026Philharmonisches Orchester Bremerhaven Florian LudwigBremerhaven
BeatFurrerNeues Werk (2026) für Bass & Baritonsaxophon29.09.2026Ulfried Staber (Bass), Gerald Preinfalk (Saxophon)Graz (BRUSEUM/Neue Galerie)Uraufführung
Wolfgang AmadeusMozartZaide 30.09.2026George Petrou, Regie: David HermannFrankfurt Premiere
AntonBruckner7. Symphonie 01.10.2026Orchestra del Maggio Musicale FiorentinoThomas GuggeisFlorenz
GeorgesBizetCarmen02.10.2026Michele Spotti, Regie: Ted HuffmanValencia (Palau de les Arts Reina Sofia)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartIdomeneo 02.10.2026Stefan Vladar, Regie: Philipp HimmelmannLübeckPremiere
UmbertoGiordanoAndrea Chénier03.10.2026Daniel Cohen, Regie: John DewDarmstadtPremiere
Pietro Mascagni /Ruggero LeoncavalloCavalleria Rusticana/Pagliacci31.10.2026Sebastian Lang-Lessing, Regie: Pamela RecinellaHagenPremiere
Peter I.TschaikowskyDornröschen03.10.2026Carlo Benedetto Cimento, Choreographie: Reginaldo OliveiraPalermo (Teatro Massimo)Premiere
FromentalHalévyLa Juive03.10.2026Felix Bender, Regie: Marco StormanUlmPremiere
AntonBruckner5. Symphonie04.10.2026Philharmonia OrchestraHerbert BlomstedtLondon (Royal Festival Hall)
JacquesOffenbachLes contes d'Hoffmann04.10.2026Sejoon Park, Regie: Anja NicklichKoblenzPremiere
Georg FriedrichHändelAlcina06.10.2026Emmanuelle Haim, Regie: Ewelina MarciniakLillePremiere
Georg FriedrichHändelAlcina09.10.2026Orchestra del Teatro di San CarloIván López-ReynosoNeapel (Teatro di San Carlo)konzertant
Peter I.TschaikowskyEugen Onegin10.10.2026Hermes Helfricht, Regie: Matthew FerraroErfurtPremiere
BeatFurrerHerbst, Enigma I-IV & VI, Enigma V, Enigma VII10.10.2026Cantando AdmontCordula BürgiGraz (Helmut List Halle)
Georg FriedrichHändelOttone11.10.2026Václav Luks, Regie: Jetske MijnssenFrankfurtPremiere
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 13.10.2026Pablo González, Regie: Marta PazosTeneriffa (Auditorio)Premiere
Georg FriedrichHändelRiccardo primo, Re d’Inghilterra 14.10.2026Les Arts FlorissantsPaul AgnewDijon (Grand Théatre)weitere Termine
Andrea LorenzoScartazziniTorso - Epitaph14.10.2026Luzerner SinfonieorchesterMichael SanderlingLuzern (KKL)
BeatFurrerKonzert für Klavier und Orchester15.10.2026Orquesta Sinfónica de l'ESMUCErnest Martínez IzquierdoBarcelona
GioachinoRossiniIl barbiere di Siviglia15.10.2026Chloe Rooke, Regie: Annabel ArdenGlyndebourne (Opera Festival)Premiere
Bernd AloisZimmermannMusique pour les soupers du Roi Ubu15.10.2026Münchner PhilharmonikerAnja BihlmaierMünchen (Isarphilharmonie)
TorstenRaschDie wunderbaren Jahre16.10.2026Christian Blex, Regie: Nora BusseniusDresden Premiere
AntonBruckner5. Symphonie17.10.2026NHK Symphony OrchestraHerbert BlomstedtTokio (NHK Hall)
SalvatoreSciarrinoGesualdo senza parole17.10.2026Klangforum WienSylvain CambrelingWien (Konzerthaus)
CharlesGounodFaust20.10.2026Daniele Rustioni, Regie: Johannes ErathMailand (Teatro alla Scala)Premiere
DieterAmmannViola Concerto „No templates“23.10.2026John Stulz (Viola), Ensemble IntercontemporainGeorge BenjaminParis (Cité de la Musique)
Georg FriedrichHändelFlavio, Re de’ Langobardi 23.10.2026Camille Delaforge, Regie: Max Emanuel CencicMeiningenPremiere
Georg FriedrichHändelSemele 23.10.2026Orchestra e Coro del Teatro Comunale di Bologna Rinaldo AlessandriniBologna (Teatro Comunale)konzertant
BenjaminBrittenYoung Apollo24.10.2026Camerata BernAlexander MelnikovBern (Zentrum Paul Klee)
Georg FriedrichHändelSemele 25.10.2026Orchestra, Coro e Tecnici del Teatro Comunale di BolognaRinaldo AlessandriniBologna (Teatro Comunale)
MatthiasPintscherAssonanza29.10.2026Leila Josefowicz (Violine), Royal Stockholm Philharmonic OrchestraMatthias PintscherStockholm (Konserthuset)
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte29.10.2026N.N., Regie: Nilufar K. MünzingKlagenfurtPremiere
DieterAmmannglut30.10.2026Estonian National Symphony OrchestraGregor A. MayrhoferTallinn (Festival AFEKT, Estonia Concert Hall)
Peter I.TschaikowskySchwanensee31.10.2026Camerata Louis SpohrBernd Peter FugelsangDüsseldorf
Pietro Mascagni /Ruggero LeoncavalloCavalleria Rusticana/Pagliacci31.10.2026N.N., Regie: Neil Barry MossCoburg (Globe)Premiere
DieterAmmannTurn04.11.2026Tonhalle-OrchesterPaavo JärviZürich (Tonhalle)auchh 5./6.11.
AntonBruckner4. Symphonie 06.11.2026Bamberger SymphonikerJakub HrusaBrünn (Janácek-Theater)
DieterAmmannglut06.11.2026hr-SinfonieorchesterMichael WendebergFrankfurt (hr-Sendesaal)
DieterAmmannCore07.11.2026Orchester der Oper ZürichGianandrea NosedaZürich
PietroMascagniCavalleria rusticana07.11.2026N.N., Regie: Gil MehmertDortmundPremiere
BeatFurrerNeues Werk für Orchester07.11.2026Kammerorchester BaselPierre BleuseBasel (Stadtcasino)Uraufführung
EngelbertHumperdinckDornröschen08.11.2026Markus Poschner, Regie: Anna BergmannHamburgPremiere
CamilleSaint-SaënsSamson et Dalila13.11.2026Orchestra e Coro del Teatro Comunale di Bologna Roberto AbbadoBologna (Teatro Comunale)konzertant
BeatFurrera sei voci für 6 Frauenstimmen15.11.2026Cantando AdmontCordula BürgiMünchendorf (Musiksalon)
VáclavTrojanMärchen21.11.2026Kammerorchester der TUDFlorian StreichGroß-Umstadt (Stadthalle)
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 21.11.2026Hélio Vida, Regie: Nikolaus HabjanBaselPremiere
HenryPurcellDido and Aeneas21.11.2026Daniel Geiss, Regie: Seollyeon Konwitschny-LeeNeubrandenburgPremiere
Wolfgang AmadeusMozartLa clemenza di Tito 25.11.2026David McVicar, Regie: Bettina NeuhausBarcelonaPremiere
Andreas N.TarkmannDas Mondklavier29.11.2026Beate Bachmann (Sprecherin), Jenaer PhilharmonieJena (Volkshaus)
GiovanniSollimaVioloncelles, vibrez!02.12.2026Münchener KammerorchesterDaniel GiglbergerOlten (Stadttheater)
DieterAmmannGehörte Form - Hommages03.12.2026Trio SolaZürich (Tonhalle)
GeorgesBizetLes Pêcheurs de Perles05.12.2026Marc Minkowski, Regie: Pierre-André WeitzParis (Théâtre des Champs-Elysées)Premiere
Andreas N.TarkmannNils Holgersson06.12.2026Erik Brünner (Sprecher), Jugendsinfonieorchester Heinrich-Schütz-Konservatorium, Dresdner PhilharmonieMilko KerstenDresden (Kulturpalast)auch 7.12.
FrancescoFilideiI funerali dell’anarchico Serantini09.12.2026Studierende der HochschuleKarlsruhe (Hochschule für Musik)
MiroslavSrnkaSmoke10.12.2026NHK Symphony OrchestraMaxim EmelyanychevTokio (Suntory Hall)Uraufführung
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 13.12.2026Marta Gardoli?ska, Regie: Jetske MijnssenGenf (Bâtiment des Forces Motrices)Premiere
HectorBerliozLa damnation de Faust17.12.2026Bertrand de Billy, Regie: Lydia SteierWien (Staatsoper)Premiere
JulesMassenetThaïs18.12.2026Pierre Dumoussaud, Regie: Olivier Lepelletier-LeedsLiègePremiere
Georg FriedrichHändelFlavio, Re de’ Langobardi19.12.2026Karsten Januschke, Regie: Tilmann KöhlerFrankfurt (Bockenheimer Depot)Premiere
GeorgesBizetLes Pêcheurs de Perles29.12.2026Victorien Vanoosten, Regie: Mirabelle OrdinaireToulon (Zénith)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartThamos, König in Ägypten12.01.2027Orchestra Haydn di Bolzano e TrentoChristophe RoussetBozen (Auditorium)
DieterAmmannglut13.01.2027Tonhalle-OrchesterGianandrea NosedaZürich (Tonhalle)
JulesMassenetWerther16.01.2027Staatsphilharmonie NürnbergChristopher SchumannNürnberg konzertant
RichardDubugnonSonnenring20.01.2027Janine Jansen (Violine), Orchestre de la Suisse RomandeJonathan NottGenf (Victoria Hall)
Georg FriedrichHändelOrlando 21.01.2027Daniel Espasa, Regie: Rafael VillalobosTeneriffa (Auditorio)Premiere
AntonínDvorákRusalka23.01.2027Francesco Angelico, Regie: Vasily Barkhatov GrazPremiere
Christoph WillibaldGluckOrfeo ed Euridice 23.01.2027Eric Staiger, Regie: Aileen SchneiderOldenburgPremiere
GiovanniSollimaWhen We Were Trees24.01.2027Südwestdeutsches KammerorchesterReto BieriPforzheim (CongressCentrum)
Andreas N.TarkmannNils Holgersson24.01.2027Oliver Moumouris (Sprecher), Württembergische PhilharmonieHans GrischkatReutlingen (Georgensaal)
Christoph WillibaldGluckOrfeo ed Euridice 29.01.2027Aapo Häkkinen, Regie: Tero SaarinenHelsinkiPremiere
EngelbertHumperdinckKönigskinder30.01.2027Justus Thorau, Regie: Angela DenokeSaarbrückenPremiere
AntonínDvorákRusalka30.01.2027Jiri Rozen, Regie: Caterina Cianfarini BaselPremiere
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 30.01.2027Marco Alibrando, Regie: Marcos DarbyshireWeimar Premiere
Jean-PhilippeRameauLes Boréades05.02.2027Camille Delaforge, Regie: R.B. SchlatherDublin (Irish National Opera)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartCosì fan tutte10.02.2027Thomas Hengelbrock, Regie: Netia JonesLondon (Royal Opera House)Premiere
JulesMassenetWerther11.02.2027Nathalie Stutzmann, Regie: Robert CarsenParis (Opéra National)Premiere
Wolfgang AmadeusMozartDon Giovanni 13.02.2027Gerrit Prießnitz, Regie: Anna-Sophie MahlerInnsbruckPremiere
CamilleSaint-SaënsSamson et Dalila13.02.2027Marco Comin, Regie: N.N.BremerhavenPremiere
Ludwig vanBeethovenFidelio17.02.2027Kensho Watanabe, Regie: Ruth KnightGlasgowPremiere
Georg FriedrichHändelRinaldo22.02.2027Philippe Jaroussky, Regie: Valentina CarrascoParis (Théâtre des Champs-Elysées)Premiere
OliverLeithLast Days27.02.2027André de Ridder, Friedrike Scheunchen, Regie: Lily KuhlmannFreiburgPremiere
BedrichSmetanaDie verkaufte Braut28.02.2027Tómas Netopil, Regie: Laurent PellyKölnPremiere
Wolfgang AmadeusMozartLe nozze di Figaro 05.03.2027Kaspar Zehnder, Regie: Joel LauwersMetzPremiere
Georg FriedrichHändelSerse 06.03.2027Clément Lonca, Regie: Lorenzo FioroniBern Premiere
AmbroiseThomasHamlet07.03.2027Seok-Won Hong, Regie: Nicola BerloffaTeneriffa (Auditorio)Premiere
BohuslavMartinuKonzert Nr. 2 für Violine und Orchester15.03.2027Kirill Kobantschenko (Violine), Sinfonia AcademicaDavid HolzingerWien (Mozartsaal)
Christoph WillibaldGluckIphigénie en Aulide20.03.2027Ivan Demidov, Regie: Jochen BiganzoliAugsburgPremiere

Werke















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    In Vorbereitung

    Willst wohl einmal hinübersehn?
    for ensemble [Interludium zu Franz Schuberts „Winterreise“] (2005). BA 7773, auf Anfrage
    Besetzung: 1 (auch Picc, auch BFl), 1, 1 (auch BKlar), 1 – 1, 0 0, 0 – Schlg (1) – Str (1, 1, 1, 1) / 5 Minuten
    Uraufführung am 27. Mai 2005 in Berlin, Abschlusskonzert „Kulturjahr der Zehn”: Sinfonietta Leipzig, Leitung Johannes Harneit




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    Auf Anfrage / In Vorbereitung

    Psát tvoje oci / Write Your Eyes
    (Deine Augen schreiben). Five songs for soprano and chamber orchestra on texts by Petr Borkovec (2002)
    Besetzung: 2,2,2,2 – 2,2,0,0 – Schlg (3) – Str (6,5,4,3,2) / 11 Minuten








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    Auf Anfrage / In Vorbereitung

    docudrama01 – Orph & Eury
    for wind trio (2014), 4 Minuten, in Vorbereitung
    Uraufführung am 23. Januar 2015 Berlin, Ultraschall: ensemble recherche

    Fictitious Hum
    für Oboe, Klarinette, Klavier und Streichquartett (2007). 12 Minuten. BA 9375, in Vorbereitung
    Uraufführung am 15. Juni 2007 in Essen, YOUrope together: Prague Modern

    Hejna
    for clarinet, percussion (1 player), harp, piano and accordion (2010). ca. 17 Minuten. BA 9394, in Vorbereitung
    Uraufführung am 20. Oktober 2010 in München, Klangspuren plus – Porträtkonzert der Münchener Biennale: Stefan Schneider (Klarinette), Konstantin Ischenko (Akkordeon), Feodora Gabler (Harfe), Simon Klavzar (Schlagzeug), Jean-Pierre Collot (Klavier), Tobias Peschanel (Dirigent)

    here with you
    für Violine und Violoncello (2016), in Vorbereitung
    Uraufführung am 10. Juni 2016, Freiburg: Ensemble Recherche

    Maria’s Choice
    (final version) for flute, clarinet, 2 saxophones and percussion (2006). BA 9335, in Vorbereitung
    Uraufführung am 3. Februar 2007 in Paris: Ensemble Hic et Nunc

    Surprises in the Dark
    for flute, clarinet, violin, alto, violoncello and piano (2002). 11 ½ Minuten. BA 9312, Partitur und Stimmen in Vorbereitung
    Uraufführung am 14. November 2002 in Paris: Centre tchéque, Ensemble MoEns

    track 01
    for violin and piano (2014), 3 Minuten, in Vorbereitung
    Uraufführung 14. März 2014, Monte-Carlo, Printemps des Arts de Monte-Carlo: Lorenzo Gatto (Violine), Nathanaël Gouin (Klavier)

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    Auf Anfrage / In Vorbereitung

    Coronae
    for solo horn. BA 9385, in Vorbereitung
    Uraufführung am 16. März 2010 in Frankfurt (Alte Oper): Saar Berger (Horn)

    origami
    for accordion solo (2015), in Vorbereitung
    Uraufführung 25. April 2015 Witten, Tage für Neue Kammermusik: Teodoro Anzellotti (Akkordeon)

  • A Prima Mad
    for alto saxophone or flute (2002). 7 Minuten

    Joy and Sorrow of 1862
    for chamber orchestra (2002)
    Besetzung: 2,2,2,1 – 1,2,1,1 – Schlg (2) – Str (4,4,3,2) / 5 ½ Minuten

    Kráter Brahms / Brahms Crater
    for six violoncellos or six violins (2002). 10 ½ Minuten

    Collapsing
    for bass flute solo, soprano saxophone solo and two alto flutes, two flutes in C and piccolo flute (2001). 3 ½ Minuten

    Sonnet 64
    (… lofty towers I see down-razed) for high soprano and bass drum on text by William Shakespeare (2001). 5 ½ Minuten

    Ranní hajahu / The Morning Hajahu
    for nine percussion instruments (1 performer) (1999). 7 Minuten

Interview

Absolute Offenheit

Uli Aumüller im Gespräch mit Miroslav Srnka

Der berühmte Wettlauf um die Erreichung des Südpols ist Thema und Folie der Oper „South Pole“. Viel mehr steckt darin als allein die Konkurrenz zweier Männer auf der Suche nach Ruhm: Vor rund 100 Jahren – am Vorabend des Ersten Weltkrieges – machten sich zwei Expeditionen gleichzeitig auf den Weg, um als erste den Südpol zu erreichen. Ein Team, das des Norwegers Roald Amundsen, gewann das Wettrennen und kehrte wohlbehalten zurück, das andere erreichte ein paar Wochen später das Ziel inmitten einer menschenleeren Eiswüste, erfror aber auf dem Rückweg. Das Ereignis war damals Thema in den Schlagzeilen sämtlicher Tageszeitungen: Das kleine Norwegen konnte einen überraschenden Triumph „für König und Vaterland“ feiern, aber der heroische Tod der Briten verhalf den Männern von der Insel zu einem moralischen Sieg.

Was prädestiniert diesen Stoff, ihn in Form einer Oper in Szene zu setzen? Und welche Rolle spielt die Musik dabei, der Gesang? Die Geschichte von South Pole erzählt nicht nur von einer sensationellen körperlichen Leistung, einem bewundernswerten Akt von Willen und Logistik. Das jedoch wäre für eine Oper zu wenig. Aber als Amundsen und Scott einen der letzten noch unberührten Flecken dieser Erde eroberten, trugen sie sich in die Bücher der Mythologie des 20. Jahrhunderts ein – und gerade Scotts Scheitern zeigte, dass sie dabei auch eine Grenze überschritten. Die Überschreitung dieser Grenze birgt Dimensionen, die auch seit über hundert Jahren nicht an Aktualität verloren haben.

Die beiden Abenteurer und Pioniere Amundsen und Scott stilisierten sich selbst als Helden und wählten die Antarktis als ihre große Bühne. Mit ihren Persönlichkeiten, ihren Brüchen und Abgründen, wurden sie zu einem Mythos des 20. und 21. Jahrhundert, zu Symbolfiguren der Hybris der Moderne. Die Musik Miroslav Srnkas greift die Ereignisse in den Jahren 1911 bis 1912 auf, begibt sich in die Atmosphäre des lebensfeindlichen Eises, der Einsamkeit, von Bewegung und Stillstand der Expeditionen, dem Orientierungsverlust bei Stürmen, der (Schnee-)Blindheit bei Sonnenschein, dem Auf und Ab von Hoffnung und Verzweiflung. Eine Oper für ein Publikum der Moderne, das sich für seine Gegenwart interessiert – ihren Mythos, ihren Fluch und ihre Möglichkeiten.

Wie entstand die Idee zu South Pole?
Auf Wandertouren und in der Natur traten die Fragen auf: Wie ist das, wenn man noch viel weiter weg ist und überhaupt nichts dabeihat, was man in der Zivilisation sonst braucht? Das war der Anfang. Später bin ich auf die Story von Scott und Amundsen gestoßen, die so ungemein spannend in ihrer Zeitlichkeit und in ihrem Drama ist. In einer zweiten Frage geht es um die Oper an sich, die als Form etwas absolut Stilisiertes und Unrealistisches in sich trägt. Ich habe nach einer Realität gesucht, die in sich schon absolut unrealistisch aussieht. Das ist die Antarktis. Wie es dort ist, hat nichts zu tun mit der Welt hier, sie scheint so absolut stilisiert zu sein wie die Opernwelt. Aber das ist nur die Ecke der Realität – und diese hat mich dann fasziniert.

Also ist es gerade die Wirklichkeitsferne der Antarktis, die sie der Wirklichkeitsferne der Oper ähnlich macht?
In einem gewissen Sinne stimmt das so. In dieser Welt dort ist etwas absolut Offenes und „Unbegrenztes“. In der Antarktis gibt es einfach keine Zivilisation. Es gibt nur die Helden, die Figuren, nur die Charaktere in einer unendlichen Welt, die keine Zivilisationsmerkmale trägt. Das gibt dem Stück eine riesige Freiheit. Die Tatsache, dass es dort keine Zivilisation gibt, setzt den Fokus auf die Menschen – in einer extremen Situation. Auch in der Oper sind die Figuren meist in einer extremen Situation und müssen mit sich selbst kämpfen.

Wie klingt South Pole?
Ich habe viel recherchiert. Die Menschen stellen sich die Antarktis still vor, aber sie ist alles andere als das. Die Winde und die Natur und alles, was es da gibt, ist sehr laut. Alles, was auf die Sinne wirkt, ist extremer als das, was wir hier in der Zivilisation je erleben. In unserer Story spielt die Antarktis selbst eine Rolle: als eine Art ständig anwesender „Deus ex machina“, da die Antarktis mit den beiden Expeditionsteams ein Spiel gespielt hat. Die Verhältnisse der Teams waren völlig unterschiedlich. Es scheint fast, als ob jemand bestimmt hätte, welches gewinnen soll. Zum Beispiel dieses Glück, das Amundsen mit dem Wetter hatte, und dieses wahnsinnige Unglück von Scott macht die Antarktis zu einer Art handelnden Entität. Sie ist in der Oper nie personifiziert. Aber wir haben sie im Hinterkopf präsent.

Wovon handelt die Oper?
Die Oper handelt von dem Wettrennen zwischen Scott und Amundsen. Der Untertitel „Eine Doppeloper in zwei Teilen“ erklärt, wie die Musik gemacht ist. Es sind zwei musikalische Schichten, die immer parallel laufen und asymmetrisch in ihren Tempi sind, weil wir die beiden Teams mit wenigen Ausnahmen immer parallel auf der Bühne haben. In der Realität sind sie aber getrennt. Denn sie sind sich ja in der Antarktis nie begegnet. Jeder ist einen anderen Weg gegangen, und der einzige Verbindungspunkt war der Südpol, zu dem sie aus unterschiedlichen Richtungen gekommen sind. Die ganze Oper erzählt zweimal die gleiche Story, eine Geschichte, die sich in Kleinigkeiten verändert, was am Ende zu fatalen Konsequenzen führt. Die Oper vollzieht sich in einer Art Simultaneität, handelt aber auch – und das ist für mich ein zentrales Thema – von Kommunikation. Wir leben heute in einer Welt, in der Kommunikation ständig vorhanden ist. Hier jedoch haben wir zwei Teams, die jahrelang nicht wissen, wie es dem anderen geht. Das Spannende ist, was dann in ihren Köpfen arbeitet. Tom Holloway hat ein faszinierendes Libretto für mich geschrieben, in dem er sich auf die psychologische Entwicklung der beiden Hauptdarsteller und auch der Männer in den Teams konzentriert. Er hat auch in ihrem privaten Leben Interessantes gefunden, was begründen mag, weshalb sie die Expedition unternommen haben. Diese kann man als eine Art Selbstmordveranstaltung auffassen – für die Hälfte der Männer wurde dies ja dann auch Realität.

Und die Musik?
Ich habe eine Struktur gesucht, die in sich absolut fließend sein soll. Was in der Antarktis stattfindet und was die Männer auch in ihren Tagebüchern beschrieben haben, ist ein „Fehlen“. Es fehlt einfach an klaren visuellen Gegenständen. Das einzige, was sie die ganze Zeit sehr gut strukturiert sehen können, ist ein Horizont, und auch der ist sehr oft verschwunden. Wenn es zum Beispiel schneit, dann beschreiben die Männer in ihren Tagebüchern, dass sie einfach überhaupt nicht mehr entscheiden können, wo Boden, Himmel, unten, oben ist. Die Kategorien, mit denen wir unsere Umgebung normalerweise beschreiben, sind verschwunden, und ich habe deswegen nach einer Musik gesucht, die sich frei bewegt.

Ist das für dich sozusagen Science-Fiction aus der Vergangenheit?
Ja, ich liebe Science-Fiction, weil sie sich mit Kategorien beschäftigt, die in sich eine große Freiheit haben. Sie beschreiben nicht unsere Welt, sondern eine größere Welt, mit mehr Möglichkeiten.

Ein ganz wichtiges Thema in der Oper ist dieser Weg zu einem vermeintlichen Ziel. Als die Männer ankommen, stellen sie fest, dass das, wonach sie Jahre oder vielleicht das ganze Leben gestrebt haben, eigentlich leer ist, und dass sie das alles aus ganz anderen Gründen getan haben, weil jeder einen Weg für sich selbst suchte.

Der ganze gesamte gesellschaftliche und politische Diskurs beschäftigt sich mit den Fragen: Worauf haben wir ein Recht? Was kann man sich mit Geld kaufen, was kann man sich mit politischer Kraft einfach nehmen? Es geht um die Macht, etwas für sich zu reservieren. In dieser Motivation, den Südpol zu „gewinnen“, geht es nicht nur um eine mentale Gier, einfach nur darum, physisch als der Erste dazusein, sondern auch darum, Ruhm zu erlangen und einen Teil der Gesellschaft für sich zu gewinnen. Und das hielten die Männer zunächst für ihre wahre Motivation. Erst am Südpol, als sie an einem abstrakten Punkt in einer leeren weißen Wüste stehen, hinterfragen sie diesen vermeintlichen Wert.

(aus [t]akte 2/2015)

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