Zum Tod von Werner Breig

Am 25. August 2026 verstarb Musikwissenschaftler und Herausgeber Prof. Dr. Werner Breig in Erlangen nur wenige Wochen nach seinem 94. Geburtstag. Mit ihm verliert die Musikwissenschaft einen herausragenden Forscher, der über Jahrzehnte insbesondere die Schütz-, Bach- und Wagner-Forschung geprägt hat.
Werner Breig wurde 1932 in Zwickau geboren und studierte zunächst evangelische Kirchenmusik in Berlin-Spandau. Es folgte ein Studium der Musikwissenschaft in Hamburg und Erlangen. 1962 wurde er bei Bruno Stäblein mit einer Arbeit über Heinrich Scheidemann promoviert. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Hans Heinrich Eggebrecht wechselte er an die Universität Freiburg im Breisgau, wo er sich 1973 mit einer Studie zur Entstehungsgeschichte von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ habilitierte. Die unveröffentlicht gebliebene Arbeit nahm in der musikwissenschaftlichen Wagner-Forschung eine wegweisende Stellung ein.
Breig lehrte als Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe, an der Bergischen Universität Wuppertal und schließlich von 1988 bis zu seiner Emeritierung 1997 an der Ruhr-Universität Bochum. Danach kehrte er nach Erlangen zurück.
Einen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit bildete die evangelische Kirchenmusik. Besonders intensiv widmete er sich dem Werk von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach. 1979 begründete er das Schütz-Jahrbuch, das er bis 1996 herausgab. Für die bei Bärenreiter erschienene Neue Schütz-Ausgabe edierte er mehrere Bände. Mit dem von ihm erarbeiteten Schütz-Werkverzeichnis (SWV) legte er zudem ein grundlegendes Referenzwerk für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Komponisten vor.
Daneben gehörte Werner Breig zu den Wegbereitern einer historisch-philologisch ausgerichteten Wagner-Forschung und engagierte sich für die Fortführung der Wagner-Briefausgabe. Auch als Herausgeber von Werken Johann Sebastian Bachs setzte er wichtige wissenschaftliche Akzente. Bis ins hohe Alter blieb er wissenschaftlich tätig und veröffentlichte bedeutende Studien und Editionen.
Seine Arbeit war geprägt von großer philologischer Genauigkeit und dem Bemühen, musikalische Werke aus ihren historischen Zusammenhängen heraus zu verstehen. 2021 wurde Werner Breig für seine herausragenden Verdienste um die Erforschung, Vermittlung und Verbreitung des Werkes von Heinrich Schütz mit dem Internationalen Heinrich-Schütz-Preis ausgezeichnet.
Der Bärenreiter-Verlag verliert mit Werner Breig einen bedeutenden Wissenschaftler und langjährigen Herausgeber, dessen Arbeit die Forschung ebenso bereichert hat wie die musikalische Praxis.